Handball, 3. Liga: HSG Konstanz – HG Saarlouis (Sonntag, 17 Uhr, Schänzle-Sporthalle). – Gute Erinnerungen sind es nicht, die Daniel Eblen an Saarlouis hat. Auswärts setzte es in den vergangenen beiden Zweitliga-Spielzeiten zweimal eine Neun-Tore-Niederlage, daheim einmal eine mit sieben Toren Differenz. Das letzte Aufeinandertreffen jedoch ging mit einer wahnsinnigen Energieleistung nach der Pause 24:22 an Konstanz. Ein gutes Omen also? Der Bann gebrochen? Der Cheftrainer der HSG Konstanz ist vorsichtig: „So wirklich gut haben wir noch nie gegen die HG ausgesehen.“ Auch nicht beim letzten, siegreichen Aufeinandertreffen, als die HSG Konstanz nach ersten ganz schwachen 30 Minuten schon wie der sichere Verlierer ausgesehen hat.

Seitdem hat sich viel verändert. Vor allem beim Zweitliga-Mitabsteiger aus dem Saarland. Neun Jahre lang spielte die HG Saarlouis zuletzt ununterbrochen in der 2. Bundesliga, nun wurden beide Teams zur großen Überraschung vieler in eine Drittliga-Staffel eingruppiert. Wie üblich nach einem Abstieg gab es danach auch bei der HG einen größeren personellen Umbruch. Zehn Spieler gingen, acht kamen hinzu. Darunter internationale Verstärkungen wie der französische Shooter Quentin Abadie, der mit 70 Treffern aktuell bester HG-Werfer ist, und der Kroate Josip Grbavac. Zuletzt war dieser bosnischer Meister, spielte zudem in der SEHA-Liga, einer Art Champions League für osteuropäische Clubs – gegen Teams wie den mazedonischen Königsklassen-Sieger 2017, Vardar Skopje, oder KC Veszprém aus Ungarn. Dazu kam in Ivan Kucharik ein früherer slowakischer Nationalspieler, Neuzugang Toms Lielais ist aktueller lettischer Nationalspieler und stieß über die SG Flensburg-Handewitt und den damaligen Zweitligisten ThSV Eisenach nach Saarlouis.

„Das ist jetzt eine andere Mannschaft“, weiß Daniel Eblen, allerdings „ist die Spielweise sehr ähnlich.“ Spielertrainer Philipp Kessler, der mitten in der letzten Saison nach der Entlassung von Jörg Bohrmann übernommen hatte, hilft immer wieder auch auf dem Spielfeld aus und hat nach Anfangsschwierigkeiten wieder ein gutes Kollektiv geformt, das sich zuletzt jedoch dreimal geschlagen geben musste. Auch, weil die Mannschaft aus der 35000-Einwohner-Stadt einige Ausfälle zu beklagen hatte.

Bei der HSG Konstanz haben sich bis auf die beiden Verletzten Fabian Maier-Hasselmann und Benjamin Schweda nach einer intensiven Trainingswoche alle Akteure fit gemeldet. „Die Jungs haben auch diese Woche gut mitgezogen“, freut sich Eblen über hohe Konzentration und Engagement vor der nächsten schwierigen Hürde gegen einen sehr emotionalen und kampfstark auftretenden Gegner, der in Konstanz wieder zahlreiche genesene Spieler aufbieten kann. „Saarlouis kann Handball spielen“, hebt Eblen hervor und möchte den Gegner nicht nur auf seine Emotionen, die vor allem Anführer Peter Walz in das Spiel bringt, reduziert wissen.

Vor dem Drittligaspiel bestreiten bereits um 12.45 Uhr die A-Jugend in der Bundesliga und um 14.30 Uhr die HSG Konstanz II in der Oberliga ihre Heimspiele gegen Schutterwald beziehungsweise Bittenfeld.