Handball-Oberliga: SG Köndringen/Teningen – HSG Konstanz II (Samstag, 20 Uhr, Ludwig-Jahn-Halle Teningen). – Immer noch steht die HSG II an der Tabellenspitze, trotz der deutlichen Niederlage gegen Blaustein. Nun kommt es zu einem lange Jahre in der 3. Liga ausgetragenen und dort besonders emotional geführten Südbaden-Derby. Allerdings eine Liga tiefer.

HSG-Trainer Matthias Stocker sieht nicht nur deshalb seine Mannschaft keinesfalls in der Favoritenrolle. Die Breisgauer hatten zu Saisonbeginn große Probleme, sich in der neuen Spielklasse mit neuem Team zurecht zu finden. Dann fand das Team des dänischen Ex-Nationaltrainers Ole Andersen immer besser zusammen und eilt, seit Routinier Lukas Zank die Position 1 in der 3:2:1-Deckung übernommen hat, von Sieg zu Sieg. Konstanz dagegen musste nach 21 Spielen ohne Niederlage nun zwei hintereinander wegstecken und hat zudem nach wie vor größere Verletzungssorgen.

„Doch das soll nicht das Thema sein“, sagt Stocker. „Wir wollen wieder guten Handball zeigen und auf uns sehen.“ Zwar kann er wieder auf Jonas Hadlich zählen, dafür meldete sich Torwart Moritz Ebert wieder verletzt, Samuel Löffler und Patrick Volz sind angeschlagen. Dennoch möchte die Drittliga-Reserve schnellstmöglich zurück in die Erfolgsspur. Denn so schlecht fand Stocker den Handball nicht. Etwas zu verkrampft, was passieren könne, mit etwas zu wenig Cleverness. Auch das ist im Entwicklungsprozess der jüngsten Mannschaft der Liga nichts Außergewöhnliches. Und so sagt der HSG-Coach auch relativ entspannt: „Uns wurden nun zweimal die Grenzen aufgezeigt.“ Schließlich könne man daraus lernen und daran wachsen.

„Vielleicht“, bemerkt Stocker, „haben wir uns auch zu sehr auf den Gegner fokussiert. Wir wollen uns auf unser System vor allem in der Abwehr konzentrieren. Und vorn müssen die Dinger einfach rein.“ Da lagen der Schwer- und Schwachpunkt bei der deutlichen Niederlage gegen Blaustein. Stocker: „Wenn wir gut spielen, ist immer eine Chance da.“ Die Tendenz spricht für Köndringen/Teningen. Deshalb: „Es muss viel zusammenlaufen – nicht nur 40, sondern 60 Minuten.“ Die zwei Niederlagen zuletzt hätten nichts an der hervorragenden Stimmung im Team geändert. „Jedem war bewusst“, sagt Stocker, „dass unsere Serie irgendwann endet. Das ist uns schnuppe. Ich freue mich auf Teningen.“ (joa)

SG Pforzheim/Eutingen – TuS Steißlingen (Samstag, 20 Uhr). – Es geht weiter Schlag auf Schlag für Steißlingen, die nächste schwere Aufgabe wartet schon. Nach dem Sieg gegen Weinsberg treffen die Steißlinger auf eine SG, welche in eigener Halle ihren ersten Saisonsieg einfahren will.

Die SG gehörte nach dem Abstieg aus der 3. Liga in der Saison 2016/2017 zu den Top-Aufstiegskandidaten, konnte, auch aufgrund von Verletzungssorgen, dieses Ziel nicht erreichen. So will das Team von der Goldstadt in diesem Jahr wieder ganz oben mitspielen, allerdings lief der Start nicht nach dem Geschmack von SG-Trainer Alexander Lipps. Zwar spielte Pforzheim in der Fremde furios auf, holte die maximale Punkteausbeute, jedoch lief es dafür umso schlechter in der Bertha-Benz-Halle: Kein Heimspiel wurde gewonnen. Die SG steht mit 10:8 Punkten nur auf Platz sieben, hat bereits vier Zähler Rückstand auf die ersten beiden Teams. Allerdings darf man nicht vergessen, dass die SG ausnahmslos starke Gegner im eigenen Revier zu Gast hatte. Umso heißer wird Pforzheim sein, endlich die ersten Heimpunkte zu holen. Zuletzt wurde ohne die Alt-Stars, Ex-Bundesligaspieler Felix Lobedank (verletzt) und BWOL-Rekordtorschütze Manuel Mönch (gesperrt wegen Beleidigung), ein ungefährdeter Sieg beim Schlusslicht Heddesheim eingefahren. Prunkstück der Goldstädter ist die starke 3:2:1-Abwehr mit Spitzentorhüter Mile Matijevic. Nicht nur in diesem Punkt ähnelt sich die Spielanlage mit der des TuS, auch setzt die SG – wie die Hegauer – vor allem auf selbst ausgebildete Spieler aus der Region.

Der TuS geht in dem Wissen, stark in Form zu sein und mit einem soliden Punktverhältnis von 11:7 in das Spiel, kann befreit aufspielen, geht ohne Druck in das spannende Duell. Besonders die Tatsache, dass zuletzt unterschiedliche TuS-Spieler zum Matchwinner avancierten, macht die Blau-Weißen schwer ausrechenbar. „Es gibt mehr Spieler, die in den entscheidenden Momenten Verantwortung übernehmen. Vor allem für Maurice Wildöer ist dies eine deutlich angenehmere Situation als in der Vorsaison, da er deutlich weniger Last alleine zu tragen hat,“ analysiert TuS-Trainer Jonathan Stich. Er kann auch am Wochenende aus den Vollen schöpfen, hat bei der Kaderaufstellung die Qual der Wahl. „Wir können unbeschwert das Duell genießen. Für unseren kleinen Verein bleiben Spiele gegen große Namen Highlights,“ freut sich Stich. (mw)