Handball, Oberliga: HSG Konstanz II – TuS Steißlingen (Samstag, 17.30 Uhr, Schänzle-Sporthalle). – Spiele mit echtem Derbycharakter sind selten für die höherklassig spielenden Teams am Bodensee und im Hegau. Umso mehr fiebern die Handball-Fans der Region dem Kräftemessen zwischen der HSG Konstanz II und dem TuS Steißlingen in der Schänzle-Sporthalle entgegen. HSG-Trainer Matthias Stocker: „Man kennt viele Spieler und hat schon vor der Saison gegeneinander gespielt. Wir freuen uns richtig auf dieses Spiel.“

Ein Duell, das für viele Akteure der Hegauer ein Wiedersehen mit alten Bekannten und der alten Wirkungsstätte am Schänzle bedeutet. Leon Sieck, Maurice Wildöer, Manuel Wangler und William Gaus lernten in der HSG-Jugend unter anderem in der Jugend-Bundesliga das Handballspielen, und auch Marvin Storz, Dominik Walter, Thomas Lindner, Fabian Maier, Steffen Maier sowie Trainer Jonathan Stich waren schon für die HSG Konstanz aktiv. Doch nicht nur der Derbycharakter macht dieses Spiel zu etwas Besonderem, auch aus sportlicher Sicht dürfte es derzeit kaum ein heißeres Kräftemessen geben. Die jüngste Mannschaft der Liga aus Konstanz (20,78 Jahre alt im Durchschnitt) stürmte nach dem direkten Wiederaufstieg in Liga vier mit sechs Siegen in sechs Spielen an die Tabellenspitze, Steißlingen gewann zuletzt dreimal in Serie.

Eine Konstellation, mit der vor der Saison wohl kaum einer gerechnet hat. „Dass beide Teams so gut stehen, war nicht abzusehen“, sagt Stocker, freut sich jedoch umso mehr auf ein hochklassiges Kräftemessen. Denn mit den nach der letzten Saison in das Oberliga-Allstarteam gewählten Leon Sieck und Maurice Wildöer, der gar zum MVP, dem wertvollsten Spieler der Liga gewählt wurde, verfügt Steißlingen über viel individuelle Klasse. Wildöers Einsatz ist allerdings nach einer Zerrung im Training fraglich.

Für Matthias Stocker macht die Hegauer jedoch – ähnlich wie sein Team – die breite Bank erst so richtig stark. „Sie haben einen ausgeglichenen Kader und eine unangenehme Spielweise“, erklärt er. Mit einer sowohl offensiv als auch defensiv gut funktionierenden Deckung bevorzugt der TuS das schnelle Spiel nach vorne – eine weitere Parallele zum Konstanzer Talentteam.

Komplimente verteilt auch Steißlingens Trainer an den Gegner: „Die HSG Konstanz II hat einen Wahnsinns-Lauf und reitet auf einer Euphoriewelle. 20 Spiele in Folge Saison übergreifend ungeschlagen zu bleiben, ist eine starke Leistung“, sagt Jonathan Stich. „Das schafft man nur mit akribischer Arbeit, großer Motivation und einer kleinen Portion Glück. Sie sind bisher die mit Abstand konstanteste Mannschaft der Liga und haben es in all ihren sechs Spielen geschafft, ihre Art des Handballspielens durchzusetzen“, so der TuS-Trainer. Er weiß, dass „es unglaublich schwer wird, diese super eingespielte Mannschaft zu schlagen“, verspricht aber vollen Einsatz: „Wir wollen das erste Team sein, dem das in dieser Saison gelingt.“

Um dem Derby den passenden Rahmen zu bieten, wird es für sechs Euro Eintritt ein Freibier und nach dem Spiel eine Party im Foyer der Schänzle-Sporthalle geben. Frauen zahlen den ermäßigten Eintritt. (joa/mw)