Fußball-Landesliga: „Ich bin ja selbst überrascht, wie gut wir gestartet sind!“, sagt Florian Stemmer, der Trainer des Tabellenführers FC Überlingen. Vier Landesligaspiele, vier Siege, zuletzt ein deutliches 6:0 über Aufsteiger SV Geisingen – eine nahezu makellose Bilanz.

Aber eben nur nahezu, weil da am Mittwoch vergangener Woche noch das Pokalspiel gegen die DJK Donaueschingen gespielt wurde. Zur Pause führte der stark ersatzgeschwächte FC mit 3:0, erneut schien das Spiel einen erfolgreichen Verlauf zu nehmen. Bis zur 80. Spielminute stand es immerhin noch 3:1 – auf eigenem Platz eigentlich auch noch eine eher entspannte Lage. „Aber dann begann das große Zittern!“, beschreibt Stemmer die Schlussphase und ergänzt: „Da haben uns auf dem Feld die Typen gefehlt!“ Die Konsequenz: Aus dem 3:1 wurde innerhalb weniger Minuten ein 3:4 und das Aus im Pokal. „Trotzdem gibt es momentan nahezu nichts zu mäkeln“, betont Stemmer.

Priorität hat die Liga, und da geht es für die Überlinger laut Stemmer zunächst darum, 40 Punkte zu sammeln. Die sollten zumindest für den Klassenerhalt reichen, vielleicht sogar für einen einstelligen Tabellenplatz. Und auch wenn es überaus angenehm ist, das eigene Team an der Spitze der Tabelle zu finden, betont Stemmer: „Wir sollten jetzt nicht über die Meisterschaft reden.“ Wie sieht dies bei den Spielern aus, die angesichts der Lage ins Träumen kommen? Wer holt sie wieder auf den Boden? „Dafür bin ja ich zuständig! Wir lassen uns nicht blenden von diesem Tabellenplatz. Wir haben jetzt zwölf Punkte, die uns niemand mehr nehmen kann“, reduziert Stemmer die Lage auf blanke Zahlen.

Und selbst beim hohen Sieg gegen den Aufsteiger hat Stemmer erkannt: „In der ersten Hälfte war Geisingen gleichwertig, hat gut mitgespielt. In der Ausnutzung der Torchancen waren wir cleverer. Die werden, wie wir im Aufstiegsjahr, noch etwas Lehrgeld zahlen müssen. Aber gegen Geisingen werden noch einige verlieren.“

Am Spiel seiner Mannschaft lobt er nach zwei Pokalrunden und vier Landesligaspielen den Spielaufbau: „Jeder Spielzug war gut vorgetragen, im Spiel nach vorn wird gut kombiniert.“ Der FCÜ-Coach weiß auch, dass selbst der Tabellenführer seine Baustellen hat: „Das Umschaltspiel nach hinten kann verbessert werden!“

Und dann hat das Pokalspiel gegen die DJK Donaueschingen noch einen wichtigen Aspekt offen gelegt. Eine alte Fußballerweisheit besagt, dass ein Spiel erst mit dem Abpfiff zu Ende ist. Stemmers Forderung an seine Spieler: „90 Minuten hellwach sein!“ In den Landesligaspielen hat das geklappt, im Pokal fehlten zehn Minuten.