Handball, 3. Liga: TVS Baden-Baden – HSG Konstanz (Sonntag, 16.30 Uhr, Rheintalhalle Sandweier). – Es macht den Eindruck, als sei die HSG Konstanz so langsam in der neuen Liga und der neuen Herausforderung angekommen. Nach einem wichtigen, hart erkämpften Sieg gegen Balingen und einem bemerkenswerten Auftritt gegen die Schweizer Nationalmannschaft konnte Cheftrainer Daniel Eblen wachsendes Selbstvertrauen und Selbstverständnis bei seinen Spielern beobachten. Der HSG-Coach könnte also zuversichtlich auf das schwere Auswärtsspiel blicken – wären da nicht einige Blessuren aus dem Testspiel gegen die Schweiz.

So wertvoll der Test in Sachen Zusammenspiel und der Probe neuer Varianten sowie für das Selbstverständnis war, so bitter sind die Blessuren, die Tom Wolf und Michel Stotz nach rustikalen Einsätzen der Eidgenossen davongetragen haben. „Es wird sich zeigen, ob wir die beiden bis Sonntag wieder fit bekommen“, sagt Daniel Eblen, fügt aber zuversichtlich an: „Bei Michel bin ich guter Dinge.“ Ob dann auch Felix Krüger und Samuel Löffler wieder dabei sein können, ist ebenfalls noch ungewiss.

Trotzdem stuft Eblen die Testpartie als „ganz wichtig“ ein. „Man hat in den ersten beiden Punktspielen gesehen, dass viele Spieler gehemmt sind.“ Gegen Balingen habe sein Team zwar nicht überragend gespielt, sich aber mit einem Erfolgserlebnis belohnt, während es gegen die Schweiz keinen Sieg gab, dafür eine deutliche Leistungssteigerung. Eblen: „Es wäre schön, diese Entwicklung nun verfestigt zu sehen.“

Denn in Baden-Baden wartet eine extrem unangenehme Aufgabe bei einem überaus euphorischen Aufsteiger, der mit dem 30:23 gegen den stark eingeschätzten TV Willstätt ein dickes Ausrufezeichen setzte. „Eine sehr gute Mannschaft“, hat Eblen beobachtet. Vor allem eine, die über viele Jahre zusammengewachsen und hervorragend eingespielt ist. 2010 noch in der Landesliga, ging es mit fast identischem Kader stetig bergauf und in dieser Saison erstmals in die 3. Liga. Ein bemerkenswerter Aufstieg ohne große Zukäufe. Stattdessen wurden die eigenen Spieler von Jahr zu Jahr auf ein höheres Level gebracht. Dazu profitiert Baden-Baden von der Kaderbreite, seinen vielen Varianten und der sehr offensiven und aggressiven Deckung. Dazu kommt gefährliches Tempospiel. „Wichtig wird sein“, fordert Eblen, „dass wir ein gutes Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torwart hinbekommen.“

Doch aktuell befindet sich die HSG noch in einem Prozess. „Die Gegner setzen auf ihre Außenseiterrolle“, sagt Eblen und zuckt mit den Schultern. „Wir müssen uns nur ums uns selbst kümmern. Es macht keinen Unterschied, ob wir gegen Göppingen, die Schweizer Nationalmannschaft oder Baden-Baden spielen. Wir müssen abrufen, was wir können. Das haben wir manchmal geschafft, manchmal auch nicht.“ In Baden-Baden strebt die HSG nun den nächsten Entwicklungsschritt an. Trotz der hohen Hürde. Für Eblen ist die Sache dennoch denkbar einfach: „Es geht darum, Leistung zu bringen und zu gewinnen, und nicht darum, wer Favorit ist und wer was dazu sagt.“ Seine junge Mannschaft ist auf einem guten Weg, wichtig wäre in dem Zusammenhang die Rückkehr von Kapitän Tom Wolf – und der nächste Erfolg, der den Prozess beschleunigen würde.