Handball, 2. Bundesliga: HSG Konstanz – HC Elbflorenz Dresden (Samstag, 20 Uhr, Schänzle-Sporthalle). – Zum vorletzten Heimspiel der Saison empfängt die HSG Konstanz Aufsteiger HC Elbflorenz Dresden in der Schänzle-Sporthalle. Großer Wunsch im Lager der HSG nach den großen Enttäuschungen der letzten Wochen: Ein Sieg als Belohnung für durchaus ansprechende Leistungen in der Rückrunde.

Denn genau das blieb zuletzt bei Duellen mit den Top-Teams der Liga genauso aus wie nach einer über weite Strecken dominierten Begegnung in Hagen. Trotz Sechs-Tore-Führung gab es keine Punkte, doch die Verantwortlichen versuchten die Enttäuschung schnellstmöglich abzuschütteln und „direkt weiterzuarbeiten“, wie HSG-Cheftrainer Daniel Eblen erklärt. „Wir wollen uns zeigen, vor allem daheim“, verspricht er Kampf aller Beteiligten bis zur letzten Sekunde.

Unabhängig von dieser Saison soll sich die Mannschaft der 2. Bundesliga in den nächsten Wochen nochmal weiterentwickeln. Mit viel Spieltraining, in denen versucht wurde, kritische und enge Situationen zu erzeugen, wollte der A-Lizenzinhaber „richtige Entscheidungen einfordern. Dabei haben wir gemerkt, dass es ganz schwierige Anpassungsvorgänge gibt und es Zeit braucht.“ Die Fehler zuletzt unterliefen den Spielern in unterschiedlichsten Situationen. Eblen: „Wir arbeiten an der Stressresistenz und der Frustrationstoleranz.“ Dadurch erhofft er sich in Zukunft mehr Cleverness, Kaltschnäuzigkeit und Killerinstinkt in den entscheidenden Situationen. „Mit unseren vielen jungen Spielern werden wir das diese Saison und in Zukunft unbedingt benötigen“, sagt der Trainer mit Nachdruck.

Dabei hat er jedoch einige Verletzungssorgen zu beklagen. Für Kapitän Fabian Schlaich ist die Saison nach Rückenproblemen vorzeitig beendet, ebenso für den verletzten Jonas Löffler. Dazu ist Co-Kapitän Mathias Riedel nach wie vor angeschlagen, sein Einsatz steht erneut auf der Kippe, ebenso bei Top-Torschütze Paul Kaletsch. Dafür rücken die Nachwuchshoffnungen Samuel Wendel, Patrick Volz, Samuel Löffler und Joschua Braun – nach überstandener Erkrankung des Linkshänders – wieder in den Kader.

Auf der Gegenseite wird beim mit einem 1,4-Millionen-Etat ausgestatteten HC Elbflorenz Dresden jede Menge Erfahrung auflaufen. Der Aufsteiger, der sich bereits frühzeitig gerettet hat, kann sich dabei unter anderem auf den tschechischen Nationalspieler Roman Becvar (29) und Torwart Mario Huhnstock verlassen, der über reichlich Erstliga-Erfahrung beim Bergischen HC und zuletzt beim HC Erlangen verfügt. Dazu kommen der Ungar Daniel Zele (26) und der Schwede Gabriel De Santis (25) sowie Nils Kretschmer, der zuvor beim Erstligisten TVB Stuttgart unter Vertrag stand. „Eine stabile Mannschaft“, so Eblen, „physisch sehr präsent, mit einzelnen Klassespielern, die dem Spiel ihren Stempel aufdrücken können.“

Was beim Kräftemessen mit dem Verein, der baldmöglichst in die 1. Bundesliga will, unbedingt besser werden muss, ist die fehlende Konsequenz in der Defensive. „Und der Rückhalt im Tor“, meint Daniel Eblen. „Konstantin hat eine gute erste Halbzeit in Hagen gespielt. Man hat gesehen, wie uns das weiterbringt.“

Doch das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhütern bleibt das Konstanzer Sorgenkind. „Wir müssen in diesem Zusammenspiel wieder zu einer Einheit werden“, fordert Daniel Eblen. Allerdings möchte der Konstanzer Übungsleiter hier nicht nur auf die Schlussmänner abheben, auch das gegenseitige Aushelfen von der linken und rechten Seite müsse wieder konsequenter erfolgen.

Selbstkritisch werden die Gründe für die unbefriedigende Saison bereits aufgearbeitet. „Jeder im Verein hat aufgezeigt bekommen, was noch fehlt. Wir wissen nun, in welche Richtung zu arbeiten ist“, sagt Eblen, der gerade viele schlaflose Nächte durchlebt. Der Grundstein für erfolgreichere Spiele soll jetzt gelegt werden. Am liebsten mit einer Belohnung gegen Dresden.