Handball, DHB-Pokal, 1. Runde: Frisch Auf Göppingen – HSG Konstanz (Samstag, 20 Uhr, Lindach-Sporthalle, Weilheim/Teck). – Nach sieben intensiven Vorbereitungswochen steht die HSG heute vor ihrem ersten Pflichtspiel der neuen Saison. Zwar zählt Cheftrainer Daniel Eblen die Partie gegen den Erstligisten Frisch Auf Göppingen noch zur Vorbereitung, doch ein ganz normales Spiel ist es gegen den viermaligen EHF-Pokalsieger, elfmaligen Deutschen Meister und zweimaligen Sieger des Europapokals der Landesmeister auch nicht. Vielmehr ist bei HSG große Vorfreude auf den baldigen Saisonstart eine Woche später zu spüren. Dafür soll das Duell mit dem Bundesligisten als echte Generalprobe dienen.

Die Generalprobe für die Generalprobe – das Testspiel gegen den Schweizer Vizemeister Pfadi Winterthur am Donnerstag – hatte der HSG-Coach vor allem in der zweiten Halbzeit noch einmal genutzt, um diverse Formationen und Spielsysteme zu testen und viel auszuprobieren. Vor dieser etwas wilden Schlussphase hatte sich jedoch ein ausgeglichenes Spiel auf Augenhöhe entwickelt, in dem die Gastgeber sogar Vorteile hatten und dem Schweizer Pokalsieger mehr Mühe bereiteten, als diesem lieb war. Mit einem bärenstarken Simon Tölke im Tor, einer beweglichen, agilen Deckung und viel Tempo im Offensivspiel erspielte sich die HSG ein 7:5.

Nachdem EHF-Pokalteilnehmer Winterthur zuletzt gegen die deutschen Erstligisten Ludwigshafen (27:27) und gegen Bietigheim (30:25) seine starke Form bewiesen hatte, spielte die HSG Konstanz die Deckung der Eidgenossen im ersten Durchgang mit schnellen, variantenreichen Angriffen immer wieder schön auseinander. Deshalb gingen die Blau-Gelben nach dem 10:8-Zwischenstand mit einem 11:10 in die Kabine. Verzichten musste Konstanz dabei auf Tim Keupp, der wegen Unwohlsein geschont wurde. Bis in die letzten Minuten blieb die Partie ausgeglichen, die HSG kam zum 19:19, hatte auch beim 22:24 kurz vor dem Ende noch Tuchfühlung, ehe Winterthur die vielen neuen Varianten und Aufstellungen bei der HSG doch noch zum 29:24-Endstand nutzen konnte. Tief durchatmen hatte es zuvor bei einigen rustikalen Abwehraktionen der Eidgenossen geheißen, doch auch Fabian Wiederstein rappelte sich nach einem Schreckmoment wieder auf. Die HSG fährt wohl mit vollem Kader und mit Michel Stotz nach Weilheim/Teck.

„Es war mehr drin und kein schlechtes Spiel, wir haben jedoch wieder vier dicke Dinger liegen lassen“, bilanzierte Daniel Eblen. „Wir wollten einfach noch einmal vieles probieren, müssen wir ja auch. Aber die leichten Ballverluste, die zum Gegenstoß führen, müssen wir dringend abstellen.“ Weniger Fehler machen, auch wenn die offensive, sehr aggressive Deckung von Pfadi Winterthur auf Ballgewinne ausgelegt war, ist seine Forderung. Zufrieden ist er mit dem bisherigen Verlauf der Vorbereitung und dem Leistungsstand seiner Männer dennoch: „Wir haben ganz ordentlich zusammenspielt, die Abwehr steht auch schon ganz gut. Jetzt müssen wir die Zahl der groben Fehler verringern.“

Diese werden von einem Gegner wie Frisch Auf Göppingen gnadenlos bestraft. Mit dem slowenischen Nationalspieler Primož Prošt, den deutschen Ex-Nationalspielern Tim Kneule und Jens Schöngarth, dem dänischen Internationalen Allan Damgaard und dem kroatischen Auswahlspieler Krešimir Kozina verfügt der Tabellenzehnte der vergangenen Bundesligasaison über einige große Namen. Dazu wurden mit den Neuzugängen Nemanja Zelenovic (Serbien) und Ivan Sliškovic (Kroatien) zwei weitere A-Nationalspieler verpflichtet. Eblen: „Ein ganz einfaches Spiel für uns. Wir dürfen gegen einen Erstligisten spielen, es wird nicht viel von uns erwartet. Wir freuen uns einfach darauf.“ Dennoch schiebt der 43-Jährige hinterher: „Wir gehen das Spiel ernsthaft an und wissen um die Sache, die auf uns zukommt.“ In erster Linie erwartet er vom neuen Frisch-Auf-Trainer Hartmut Mayerhoffer gnadenloses Tempospiel.

Für Rechtsaußen Joschua Braun, der in der Jugend von Frisch Auf ausgebildet worden war und schon ein paar Bundesligaeinsätze sowie den EHF-Pokalsieg mit Göppingen feiern durfte, wird es ein ganz spezielles Wiedersehen mit seinen ehemaligen Teamkameraden. Die Vorfreude ist entsprechend groß beim 19-Jährigen. „Es ist schon etwas Besonderes“, sagt er. „Ich freue mich, sie alle wieder zu sehen. Das wird bestimmt ein schönes Spiel.“ Die Ziele sind für den Linkshänder einfach formuliert: „Wir wollen ein gutes Spiel machen und unser Ding durchziehen, dann sind wir zufrieden.“

HSG Konstanz gegen Pfadi Winterthur: M. Wolf, Tölke (beide Tor), Stotz, Schlaich (2), T. Wolf (2), Wiederstein (3), Kaletsch (4/1), Krüger (3), Maier-Hasselmann (1), Braun (2), Jud (3), Keupp, Wendel, Schwarz (3), Löffler (1).