Während die Mannschaftssportler das Material für eine oder wenige Disziplinen mit nach Radolfzell bringen müssen, hat Matthias Dippong ein großes Paket geschnürt: Schwimmausrüstung, Inlineskates und die Laufsachen. 

Jede Menge Material: Dippongs Ausrüstung für fünf Disziplinen.
Bild: Feiertag, Ingo

Er hat alles in sein Auto verladen und in die Wechselzone im Herzenbad transportiert. „Ich musste sogar zweimal laufen, so viel Zeug war das“, sagt er und lacht. Dazu kommen noch sein Mountainbike und das Rennrad.

Auch wichtig: Mountainbike und Rennrad.
Bild: privat

Pünktlich um 8 Uhr fällt am Sonntagmorgen der Startschuss für die erste Disziplin, das Schwimmen. Der 34-Jährige Dippong geht als einer der Ersten ins Wasser, um sich auf die 1,5-Kilometer-Strecke zu machen. Das Publikum zählt laut von 10 rückwärts und Dutzende Teilnehmer schwimmen gleichzeitig los.

Video: Jürgen Rössler

Nach 25 Minuten geht es aufs Rennrad, dieser Wechsel ist eine der leichtesten Übungen für den Triathleten der DJK Singen, der bereits 2010 und 2017 beim Ironman in Hawaii am Start war. Die 42 Kilometer lange Runde im Sattel führt von Radolfzell um die Höri und über den Schienerberg zurück. Dabei ist Dippong sogar für den Fotografen eine Nummer zu schnell, sodass das Foto nachgestellt werden muss.

Matthias Dippong auf dem Rennrad.
Bild: Feiertag, Ingo

9.34 Uhr. Jetzt wird es kompliziert. Matthias Dippong steigt vom Rad und zieht sich die Inlineskates an. „Das ist eine hoch technische Disziplin, vor allem, wenn man schon etwas müde ist“, sagt Dippong über das Skaten. „Was die Koordination angeht, ist der Megathlon noch ein bisschen heftiger als ein Triathlon.“ Die Inliner zieht er sich sicherheitshalber erst nach einem kurzen Spurt über die Wechselwiese an.

Video: Feiertag, Ingo

Nach 20 Kilometern – über Moos, Bankholzen, Bohlingen, Worblingen und Überlingen am Ried – hat Matthias Dippong auch diese Disziplin geschafft, ehe er auf das Mountainbike steigt. Mit seiner Gesamtzeit von 2:14 Stunden ist er gut im Rennen. Die Gegend, die hier auf ihn wartet, kennt der gebürtige Singener gut: Wie mit dem Rennrad, muss der Schienerberg auch im Gelände erklommen werden, ehe diese 36 Kilometer in 1:22 Stunden geschafft sind, teilweise auch im Windschatten des Vordermannes.

Auf dem Mountainbike im Windschatten (rechts).
Bild: Jürgen Rössler

Was für weniger geübte Hobbysportler eine anspruchsvolle Runde sein kann, ist für Matthias Dippong an diesem Tag der Endspurt: Zehn Kilometer laufen, dann hat er den Megathlon geschafft. Knapp 40 Minuten braucht der „Ironman“ für die finale Strecke, dann läuft er ins Ziel ein.

Video: Feiertag, Ingo

In den vergangenen Jahren hatte der Lokalmatador Matthias Dippong den Megathlon schon einige Male im Team gewonnen, 2010 und 2011 in einer reinen Männermannschaft, dazu kommen drei erste Plätze im Mixed. Bei seiner Einzelpremiere 2018 freut der 34-Jährige sich nach 4:23,55 Stunden über Rang zwei, als er im Ziel ankommt.

„Das war ein Toprennen. Ich hatte einen sehr guten Tag, muss aber einfach akzeptieren, dass einer ganz ehrlich besser war“, sagt Dippong, der fünf Minuten nach dem Schweizer Thomas Rusch ins Ziel läuft. Geschafft aber glücklich, wie die Bilder vor und nach dem Rennen beweisen.

Vorher ganz entspannt: nach dem Rennen geschafft, aber glücklich.
Bild: privat