Fußball, Landesliga: SG Dettingen-Dingelsdorf – SC Konstanz-Wollmatingen (Samstag, 15.30 Uhr). – Wenige Monate vor der Fusion, im Juni 2011, kam es zu der seltenen Konstellation, dass die Kicker des FC Konstanz ihren Nachbarn aus dem „Vorort“ die Daumen drückten. Mit einem Sieg über den FC Emmendingen wäre die SG in die Verbandsliga aufgestiegen, der FCK in der Landesliga verblieben. Doch damals hat es mit dem SG-Heimsieg nicht geklappt, der FCK war mit dem Abstieg am Tiefpunkt der Vereinsgeschichte, traf in der Bezirksliga den anderen Lokalrivalen, den FC Wollmatingen, mit dem man dann fusionierte, um, so die Erwartungen der Fusionsbetreiber, durch die Bündelung der Kräfte zeitnah in der Verbands-, mittelfristig sogar in der Oberliga spielen zu können. Nun steht wieder ein Schicksalsspiel für die Konstanzer im „Vorort“ auf dem Programm, und die Ausgangslage ist klar: Mit einem Sieg wäre der SC gerettet. Ansonsten könnte es sechs Jahre nach dem Zusammenschluss eben nicht Ober-, sondern Bezirksliga heißen. Selbst ein Remis oder eine Niederlage könnten zum Klassenerhalt ausreichen, aber dann wäre man von den Resultaten in Frickingen (dort spielt Hilzingen), in Salem und in Schonach, wo die DJK Villingen antreten muss, abhängig. Immerhin: Im Vergleich mit der Konkurrenz, dem FC Hilzingen, dem FC RW Salem und der DJK Villingen haben es die Konstanzer dank des Torverhältnisses selbst in der Hand.

Nun haben solche entscheidenden Spiele unter Nachbarn am letzten Spieltag oft ein „Gschmäckle“, zumal es für die SG lediglich noch darum gehen könnte, in der Abschlusstabelle ein oder zwei Plätze nach oben zu rücken. Will die SG auch im nächsten Jahr noch ein attraktives Derby oder den Lokalrivalen in die Bezirksliga befördern, um dann aber in der nächsten Saison nach Villingen oder Hilzingen zu fahren?

„Die Vorfreude und die Spannung ist bei uns riesengroß“, signalisiert SG-Coach Alex May, dass bei seinem Team die Luft noch nicht draußen ist. „Schließlich ist es nicht nur ein Spiel gegen den großen Nachbarn, den SC Konstanz-Wollmatingen, sondern das Saisonfinale auf eigenem Platz.“ Und die Trainingseindrücke scheinen ihn zu bestätigen: „Jeder Spieler will beim Derby dabei sein – und es auch gewinnen.“ Und natürlich weiß man, was beim Gegner auf dem Spiel steht. „Wir werden vorbereitet sein“, so May.

„Am letzten Spieltag rechnen wir nicht mit Geschenken. Die SG-Spieler werden alles geben, denn Konstanz-Wollmatingen gegen Dettingen-Dingelsdorf ist – unabhängig vom Tabellenplatz – immer ein Spiel, das keiner verlieren will“, ahnt SC-Trainer Philip Weidmann, dass sich seine Elf den Klassenerhalt noch hart erarbeiten muss.