Im Pokalspiel zwischen der Kreisliga-A-Mannschaft FC Steißlingen und der Spielvereinigung Konstanz-Allmannsdorf (Kreisliga B) war einiges geboten. In Anbetracht des Endstands (3:2 für den FC Steißlingen) ist davon auszugehen, dass sich die Teams einen packenden Pokalfight lieferten. Die niederklassigeren Allmannsdorfer waren nahe an einer Überraschung, denn der entscheidende Treffer zum 3:2 für Steißlingen fiel erst in der fünften Minute der Nachspielzeit – und dazu noch durch einen Strafstoß.

Ein enges Pokalspiel also, obwohl die Gäste gut 20 Minuten sogar in doppelter Unterzahl agieren mussten. Grund: Zwei Allmannsdorfer Kicker hatten in der 37. und 72. Minute jeweils eine Rote Karte gesehen. Die Leistung der Spielvereinigung aus dem Konstanzer Ortsteil könnte so als höchst erstaunlich eingestuft werden – wäre da nicht ein dickes, fettes Aber.

Rote Karten wegen unsportlichem Verhalten

Die beiden Platzverweise resultierten nicht etwa aus wiederholten Foulspielen oder Notbremsen, was bei umkämpften Pokalspielen durchaus vorkommt. Wie Augenzeugen berichten, waren es glatt Rote Karten aus der Rubrik „unsportliches Verhalten“.

Nun zur Pointe der Geschichte, denn die beiden Platzverweise sollten noch nicht das Ende sein: Nach dem entscheidenden Tor zum 3:2 für den FC Steißlingen spielte sich in der 96. Minute eine eher ungewöhnliche Szene ab, die auf dem Sportplatz definitiv nichts zu suchen hat. Die Spieler der Spvgg Konstanz-Allmannsdorf waren mit der Entscheidung des Unparteiischen nicht einverstanden, einer von ihnen reagierte mit einer obszönen Geste. Er zog die Hose herunter und streckte dem Unparteiischen seinen entblößten Intimbereich entgegen. Die logische Konsequenz: Platzverweis – die dritte Rote Karte gegen einen Allmannsdorfer und der völlig unnötige Abschluss eines denkwürdigen Pokalspiels.

Die Kontaktaufnahme mit der Spvgg Konstanz-Allmannsdorf scheiterte, der Vorstand des FC Steißlingen, Stephan Damisch, wollte sich auch nicht äußern. Aber die Angelegenheit bedarf keiner weiteren Kommentierung.