Fußball, Bezirksliga: Groß war der Jubel bei den Spielern der SG Illmensee/Heiligenberg nach dem 3:1 gegen den SV Allensbach, hatten sie doch den ersten Heimsieg der Saison eingefahren. „Es war ein tolles Bild“, freut sichSG-Trainer Marco Kernler über die Reaktion seiner Mannschaft fast mehr als über den Sieg. Zwar liegt sein Team abgeschlagen mit acht Punkten auf dem letzten Platz in der Bezirksliga, die Chancen auf den Klassenerhalt sind gering, doch von hängenden Köpfen will Kernler nichts wissen. „Wir wollen das Beste aus der Restsaison machen, vielleicht kriegen wir ja noch eine Serie hin und die anderen nehmen sich gegenseitig die Punkte weg“, spielt der SG-Trainer Szenarien im Kopf durch, wohlwissend, dass dies eher unwahrscheinlich ist. Aber die Hoffnung aufgeben? Niemals! Dementsprechend war „der Sieg extrem wichtig für uns“, so Kernler.

Trotz einem von Verletzungen gebeutelten Kader hatte der Trainer seiner Mannschaft einen Sieg gegen die Allensbacher Gäste durchaus zugetraut. Dass am Ende ein Eigentor der Allensbacher die Initialzündung dafür war, sei nicht so wichtig. „Wir haben es durch Druck erzwungen, es war wie ein Weckruf. Wir können Tore schießen, auch wenn es der Gegner war“, sagt Kernler und schmunzelt zufrieden.

SVA-Trainer Daniel Pfleiderer hatte da weniger zu lachen. Druckvoll bestimmte seine Mannschaft in der ersten Halbzeit die Partie, ging durch Vöhringer mit dem Halbzeitpfiff in Führung. Dabei hätte seine Mannschaft nach 45 Minuten noch höher führen können, hatte sie doch „einige hundertprozentige Chancen, die wir nicht nutzen konnten“. Zudem hätte es nach Meinung von Pfleiderer in der ersten Halbzeit zwei Strafstöße für Allensbach geben müssen. Sein Gegenüber Marco Kernler stimmt ihm in aller Fairness zu – in Teilen: „Als Schiedsrichter hätte ich den ersten gepfiffen“, sagt der SG-Trainer. „Den zweiten nicht, aber da hatte ich auch nicht die richtige Sicht.“ Im Endeffekt denkt Kernler nicht, dass die Schiri-Entscheidungen das Spiel am Sonntag entschieden haben, sondern vielmehr „die zweite Halbzeit“. SVA-Trainer Pfleiderer sieht das nicht anders, die Entscheidungen des Unparteiischen waren aus seiner Sicht zwar unglücklich, hätte das Spiel so doch einen anderen Verlauf nehmen können, aber „sowas gleicht sich in der Saison aus“, glaubt der Allensbacher Coach.

Vielmehr ärgert ihn da die Einstellung von manchen Spielern aus seinem Kader. Wer unter der Woche nicht richtig trainiere, so Pfleiderer, müsse sich über eine Niederlage wie am Sonntag nicht wundern. Hinzu kommt auch hier das Verletzungspech. So spielte Sebastian Deiringer nicht einmal zehn Minuten, prompt musste er verletzt vom Platz und ins Krankenhaus – beide Außenbänder im Knie gerissen, die Operation war gestern. „Ein gebrauchter Tag“, so Pfleiderer, der sich auf eine harte Zeit einstellt. Mit 23 Punkten steckt Allensbach mitten drin im Abstiegskampf.