Handball, 2. Bundesliga: HSG Konstanz – Dessau-Roßlauer HV (Samstag, 18.30 Uhr, Schänzle-Sporthalle). – Das letzte Heimspiel ist zugleich das letzte Spiel der Saison: Ausnahmsweise bereits um 18.30 Uhr empfängt die HSG Konstanz zum Saisonabschluss den Dessau-Roßlauer HV. Die Gäste haben sich nach einer starken Hinrunde bereits früh den Klassenerhalt gesichert. Damit Konstanz vor dem Übergang in die kurze Urlaubszeit ebenfalls noch ein wenig zu feiern hat, ist ein hartes Stück Arbeit nötig: Ein Heimsieg als Dank an die treuen Fans ist das Ziel von Mannschaft und Verantwortlichen.

Trotz der unbefriedigenden Spielzeit gab es erneut einen großen Rückhalt von der Tribüne – auch bei Niederlagen und nach dem feststehenden Gang in Liga drei. „Wir sind alle enttäuscht und hatten uns mehr erhofft“, sagt Eblen. Uwe Jungandreas, Trainer des Dessau-Roßlauer HV und zuvor schon für Leipzig und Magdeburg tätig, blickt der letzten Aufgabe am Bodensee dennoch mit Respekt entgegen. „Die HSG Konstanz hat eine sehr kampfstarke Mannschaft und ist ein sehr unglücklicher Absteiger mit vielen knappen Niederlagen in dieser Saison“, meint der 56-Jährige.

So streben Eblen und seine Spieler noch einmal nach einem Erfolgserlebnis. Schließlich sollen „alle verdienten Spieler gebührend verabschiedet werden“, wie der Trainer meint. Sollte sich die Möglichkeit ergeben, sollen alle Spieler, die die HSG verlassen, ihre Einsatzzeiten bekommen. Es wird nach dem Schlusspfiff, wenn verschiedene Ehrungen und die Verabschiedungen durchgeführt werden, wieder die Zeit für die großen Gefühle und Emotionen kommen. Allen voran, wenn Mathias Riedel nach fünf erfolgreichen Jahren verabschiedet werden wird. Über 600 Treffer hat der Torschütze vom Dienst für die HSG erzielt. Außerdem werden Konstantin Poltrum, Felix Klingler, Michael Oehler, Chris Berchtenbreiter, Sebastian Bösing und Felix Gäßler zum vorerst letzten Mal im Konstanzer Aufgebot stehen. Während Bösing verletzungsbedingt nach wie vor nicht mitwirken kann, hat Gäßler mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Sein Einsatz ist noch ungewiss.

„Wir wollen vor allem ein vernünftiges Handballspiel bieten“, macht Eblen klar und fügt an: „Wir haben in den letzten Wochen ein bisschen etwas entwickelt, das wollen wir nochmal zeigen.“ Dem Trainer geht es zudem darum, mit einem positiven Gefühl in die kurze Pause zu gehen und mit seinen Schützlingen das Erarbeitete bestmöglich in die neue Spielzeit zu transportieren. „Im letzten Spiel wollen wir noch einmal etwas erreichen und Spaß haben“, unterstreicht er, trotz der Tatsache, dass die Saison lang und kräftezehrend war. Dies musste auch der Dessau-Roßlauer HV nach 24 Punkten und Platz sechs nach der Hinrunde – zeitweilig schnupperte man sogar an den Aufstiegsrängen – in der zweiten Saisonhälfte akzeptieren. Das Team, das durch sechs Tschechen verstärkt wird, darunter die A-Nationalspieler Libor Hanisch am Kreis und Marek Vanco auf Linksaußen, konnte in der Rückserie erst sieben Zähler verbuchen, was Platz 20 in der Rückrundentabelle bedeutet.

„Nach der perfekten Hinrunde“, sagt Eblen, „war einfach etwas die Luft raus. Mit dem Abstieg hatte Dessau nie etwas zu tun, man hat das Ziel früh erreicht, es bestand keine Gefahr, dann ist es nicht einfach.“ Doch nach wie vor zeichnet sich der langjährige DDR-Erstligist durch „extrem schnelles Umschaltspiel aus“, wie der 43-Jährige beobachtet hat. Dazu kommen starke Individualisten wie der Ex-Magdeburger Vincent Sohmann, der nach der Saison zum ASV Hamm wechseln wird, gute Torhüter und seine sehr variabel agierende Abwehrreihe, die, so Eblen weiter, „unterschiedlich interpretiert werden kann.“ Nicht zuletzt verfügt Dessau mit Uwe Jungandreas über einen sehr erfahrenen Übungsleiter, sodass sich die HSG nochmals auf einen starken letzten Gegner in der 2. Bundesliga einstellen kann, der die 680 Kilometer lange Anreise bereits am Freitag in Angriff genommen hat.