Fußball, Landesliga: „Es gibt Spiele, in denen es einfach läuft“, sagt der Überlinger Stürmer und Co-Trainer Marc Kuczkowski lächelnd. Und am Samstag, da lief es ganz besonders gut beim 30-jährigen Angreifer mit fünf Treffern in einem Spiel. „Im Aktivenbereich ist mir das noch nie geglückt!“, freute sich Kuczkowski nach dem Match. Und das Besondere daran: Während es bei hohen Siegen gegen resignierende Gegner oft mit zunehmender Spieldauer leichter wird, Treffer zu erzielen, war jedes der fünf Kuczkowski-Tore an diesem Tag für den Spielverlauf wichtig. So etwa seine letzten beiden Treffer, mit denen er in der Schlussphase aus einem 3:3-Zwischenstand im Derby gegen die SpVgg F.A.L. einen 5:3-Sieg für seine Elf machen konnte.

„So ein Tor wie das zum 4:3 klappt eben, wenn man schon dreimal getroffen hat“, weist Kuczkowski auf seinen sehenswerten Heber hin. Erzwingen könne man das aber nicht, wie das Spiel eine Woche zuvor in Hilzingen gezeigt hat, in dem Kuczkowski ohne zählbaren Erfolg blieb, seine Elf aber dennoch zu einem 1:0-Sieg kam. Das ist auch Gästetrainer Joachim Ruddies nicht entgangen: „Er hatte auch das nötige Schussglück, das ein Stürmer braucht. Gegen Hilzingen hätte er kein Scheunentor getroffen und am Samstag glückte ihm alles – so ist Fußball!“

Aus heiterem Himmel kommt Kuczkowskis Treffsicherheit nicht. Früh schon zeigte der Stürmer, der seit der D-Jugend für den FC Überlingen spielt, sein Talent, so dass man auch beim damaligen Regionalligisten SC Pfullendorf auf ihn aufmerksam wurde. Zweieinhalb Jahre spielte der Überlinger dort, kam dabei zu 59 Regionalliga-Einsätzen und erzielte 14 Treffer. „Die Zeit in Pfullendorf war eine schöne und erfolgreiche!“, blickt der Angreifer zurück, auch wenn er nicht Stammspieler war und daher deutlich weniger Treffer erzielte. Anfang 2013 zog es ihn wieder in seine Heimat zurück und seither hat er für den FC Überlingen in Ligenspielen 144 Treffer erzielt, war damit in der Bezirks- und Landesliga meist Torschützenkönig. Ein einjähriges Gastspiel beim Verbandsligisten 1.FC Rielasingen-Arlen in der Saison 2015/16 verlief dagegen nicht so ganz nach Wunsch. Doch heute betont er: „Jetzt bin ich wieder bei meinen Wurzeln und fühle mich wohl.“

Zweifelsfrei hat Kuczkowski mit seinen 42 Treffern in der Saison 16/17 maßgeblich zur Rückkehr des FC Überlingen in die Landesliga und danach mit 31 Toren zum ungefährdeten Klassenerhalt beigetragen, doch von einer Rolle als Einzelkämpfer möchte er nichts wissen: „Jeder macht bei uns im Team seine Arbeit, jeder hat seine Aufgabe. Wir gewinnen zusammen und verlieren zusammen.“

Sein Trainer, Florian Stemmer, sieht das schon ein wenig anders: „Marc lebt diesen Verein, er ist das Aushängeschild des FC Überlingen. Er will immer mehr, und wenn er mal nicht so gut war, dann arbeitet er an sich. Das machen nur wenige Spieler!“ Trotz der Ausflüge in die höheren Spielklassen hat er sich seinen Ehrgeiz erhalten und zieht so auch Aufmerksamkeit auf sich, die wieder Platz für Mitspieler schafft. „Oft, vor allem im Schwarzwald, bekomme ich schon eine besondere Bewachung und teilweise auch mit ruppiger Gangart. Da versuche ich eben mit dem Ball eine Antwort zu finden.“

Zwar hat er bereits die Uefa-B-Lizenz als Trainer, doch auf die Trainerbank möchte er – noch – nicht wechseln. „Ich fühle mich auf dem Platz noch pudelwohl!“, stellt Marc Kuczkowski klar – positiv für die Freunde und Fans des FC Überlingen, eher negativ für die Landesliga-Abwehrspieler, die sich so wohl weiter intensiv mit dem schnellen und wendigen Linksfuß beschäftigen müssen.