Volleyball, 3 Liga: Die Zahlen sind beeindruckend: 212-facher Nationalspieler, Teilnahmen an Olympischen Spielen, Welt- und Europa-Meisterschaften, je vierfacher Deutscher Meister und Pokalsieger, Meister in Italien und Katar. Keine Frage, Christian Pampel ist eine Größe im deutschen und im europäischen Volleyball.

Nach Stationen in Frankfurt, Friedrichshafen, Italien, Griechenland, Russland, Korea und Katar kommt er als Spieltrainer zum Drittligisten TSV Mimmenhausen. Zum Karriereende hätte es auch der VfB Friedrichshafen sein können. „Ich möchte raus aus dem Profisport“, so Pampel gegenüber SÜDKURIER, „es war eine reine Gefühlsentscheidung, die familiäre Atmosphäre im Verein hat mich angesprochen.“ Dabei meint er nicht nur, dass sein Bruder in der Mannschaft spielt und der TSV-Handball der Heimatverein seiner Frau Barbara (2. Bundesliga in Allensbach, 1. Liga Österreich in Dornbirn) ist. Er habe Lust, etwas aufzubauen, möchte alles bisschen besser machen.

Ende Juni hat er das Training übernommen. Die jungen Spieler sind begeistert vom neuen Coach. Pampel kann seine Erfahrungen aus 20 Jahren Profisport auf der Diagonalen einbringen. In seinen ehemaligen Clubs hatte er zuletzt auch schon Traineraufgaben übernommen. Jetzt ist er im Trainer-Sonderlehrgang des Deutschen Volleyball Verbandes für ehemalige Nationalspieler. Während den zwölf Monaten Lehrgangsdauer darf er eine Mannschaft trainieren und bekommt nach bestandener Prüfung direkt seinen A-Schein. Dabei hat er ein sportliches Ziel fest vor Augen: Aufstieg. Ob im ersten oder im Folgejahr ist zweitrangig. Er will sich erst in der Rolle des Trainers zurechtfinden.

Eine große Umstellung ist auch, das Training von zehnmal die Woche auf zweimal herunter zu schrauben. „Zwei wöchentliche Trainingseinheiten werden für die 2. Liga nicht reichen, aber noch sind Hallenzeiten knapp“, sagt Pampel. Für Training und Spiel hat er zwei Maxime: „Es muss Spaß machen“ und: „Spiel, das was du trainierst“. Keine Experimente im Wettkampf.

Zwei Säulen der Mimmenhausener Mannschaft sind abgegangen, die muss er erst kompensieren. Pampel und der Verein hoffen auf seine Sogwirkung, dass sich Talente melden, die den sportlichen Weg mitgehen wollen. Bei seinen Besuchen war Pampel von den guten Spielen und vor allem von der guten Stimmung in der Halle sehr angetan. Jetzt möchte er mit dem Verein diese Flammen nutzen, die der Volleyball in Salem entfacht hat.