Es war einmal der beste Einwechselspieler der Bundesligageschichte. Und es begab sich, dass er gegen den König des deutschen Fußballs in die Schlacht geschickt wurde und nach 17 Sekunden auf dem Feld das 1:1 erzielte. Es war sein 100. Pflichtspieltreffer für seine Farben, just einen Tag nach der umjubelten Bekanntgabe der Vertragsverlängerung.

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Immer neue wilde Richtungen

So in etwa hätte das Freiburger Märchen um Nils Petersen geklungen, wäre die Partie des Sportclub gegen den FC Bayern nach etwas mehr als einer Stunde abgepfiffen worden. Stattdessen wurde es richtig turbulent im erstmals mit 34 700 Zuschauern ausverkauften Europa-Park-Stadion (sogar die Kutschen mit den Bayern-Spielern standen im Stau!). Die Geschichte schlug nach einer höhepunktarmen ersten Hälfte immer neue wilde Richtungen ein.

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Zuerst gab nur wenige Minuten nach Petersens fabelhafter Szene der Münchner Einwechselspieler Serge Gnabry den Spielverderber, oder besser die böse Stiefmutter, um im Märchenbild zu bleiben. Der 26-Jährige war nur 34 Sekunden im Spiel, als er zum 2:1 für die Gäste traf. Hinzu kam, dass so manch Breisgauer Recke vom plötzlichen Wintereinbruch überrascht gewesen sein musste.

Schlotterbeck mit Sommerreifen?

So schien es, als hätte Nico Schlotterbeck in frühlingshafter Euphorie bereits bei 20 Grad und Sonne im März die Sommerreifen aufgezogen. Mehrfach rutschte der Innenverteidiger auf dem glitschigen Rasen weg, so auch vor dem 1:2. Dann standen plötzlich nach einem Wechselfehler zwölf Spieler des Rekordmeisters auf dem Feld, was zu minutenlangen Debatten führte.

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Wie endet die Geschichte?

Noch ist unklar, wie die Geschichte weiter- oder gar ausgeht? Bleibt es beim 4:1-Erfolg der Bayern? Wird das Spiel für die Freiburger gewertet oder neu angesetzt? Geht dann Petersens 100. Pflichtspieltor in die Statistik ein, oder darf er sich erneut für ein weiteres Jubiläums-Joker-Märchen einwechseln lassen?

Bisher bleiben alle Fragen offen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann diskutieren sie heute noch über dieses aufregende – und für die Freiburger ein wenig märchenhafte – Spiel.