Auch wenn die Enttäuschung deutlich zu spüren war: Die Spieler wollten sich nicht lange damit befassen, dass der SC Freiburg die erstmalige Teilnahme an der Champions League auf der Zielgeraden der Fußball-Bundesliga auf fast noch dramatische Weise verpasst hatte. Denn auch mit der Qualifikation für die Europa League hätten sie „eine extrem erfolgreiche Saison gespielt“, sagte Routinier Nicolas Höfler. „Aber es ist extrem ärgerlich, dass wir die letzten beiden Bundesligaspiele und auch zwei Tabellenplätze verloren haben.“ Doch schließlich stehe auch noch das Finale im DFB-Pokal an. „Und da wollen wir erfolgreich sein.“

Freiburg will sich aufs Positive konzentrieren

Zuvor aber besiegelte das unverdiente 1:2 (0:0) bei Bayer Leverkusen am Samstag eine Entwicklung, die sich nach der 1:4-Heimpleite gegen den 1. FC Union Berlin schon angedeutet hatte: Der Sport-Club rutschte von Rang vier, auf dem er zwei Spieltage vor dem Saisonende gestanden hatte, noch auf den sechsten Tabellenplatz ab. Stattdessen qualifizierte sich wieder RB Leipzig für die Königsklasse. Und auch Union zog noch vorbei.

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Wie Höfler wollte auch Trainer Christian Streich neben dem Frust das Positive hervorheben. Auf die Frage, was er vor der Saison gesagt hätte, wenn ihm jemand einen Kampf um die Champions League bis zum letzten Spieltag vorhergesagt hätte, antwortete er: „Dass er spinnt.“

Blick aufs Pokal

So versuchten auch seine Spieler den Blick schnell nach vorne auf den 21. Mai zu richten, wenn im Pokalendspiel in Berlin Leipzig der Gegner sein wird. Allein schon das erstmalige Erreichen dieses Finales ist für die Südbadener ein weiterer großer Erfolg. Sollten sie es gewinnen, dürfte die Champions-League-Enttäuschung bald vergessen sein.

Matthäus lobt SC Freiburg

Noch vor wenigen Monaten wäre auch Freiburg der Underdog und Leipzig der Favorit gewesen, jetzt ist das nicht mehr so. Er habe sich „häufig vertan“ beim SC Freiburg, gab Sky-Experte Lothar Matthäus zu. „Aber wenn man sie live erlebt: Das ist eine Einheit, da ist Kraft, Dynamik, Leidenschaft und Geschlossenheit dahinter. Deshalb ist Leipzig in der jetzigen Form nicht unbedingt der Favorit“, erklärte der einstige Nationalspieler und Weltmeister.

Nur ein kleiner Leistungsunterschied

Wie klein der Leistungsunterschied zwischen Leipzig und Freiburg momentan ist, zeigte die Dramatik in den Bundesliga-Schlussminuten am Samstag. Als SC-Mittelfeldspieler Janik Haberer in der 88. Minute nach der Leverkusener Führung durch Lucas Alario (54.) zum 1:1 ausglich, lag Leipzig bei Arminia Bielefeld mit 0:1 hinten.

Mit einem weiteren Treffer hätte Freiburg RB noch von Platz vier verdrängt. Streich setzte alles auf eine Karte – und seine Mannschaft kassierte bei einem Konter das Leverkusener 2:1 durch Exequiel Palacios (90.+7). RB-Profi Willi Orban traf zudem in Bielefeld ebenfalls in der Nachspielzeit zum 1:1 (90.+3) – Leipzig war damit durch.

Der Freiburger Vincenzo Grifo wollte sich aber nicht lange ärgern. Das Pokalfinale sei schließlich für manche Spieler der Höhepunkt ihrer Karriere. „Und wir spielen nächstes Jahr international. Was will man mehr?“ (dpa)