Der SC Freiburg muss seinen Blick jetzt nach unten richten. Nach dem 2:4 (1:2) gegen Bayer Leverkusen bleiben die Breisgauer mit nur sechs Punkten aus sechs Spielen auf Rang 13. Oder anders ausgedrückt, um die Misere zu verdeutlichen: Seit dem Auftakterfolg in Stuttgart ist dem Sportclub kein Dreier mehr gelungen. Kommenden Samstag muss man in Leipzig antreten, am 22. November folgt dann mit dem Heimspiel gegen Mainz bereits ein richtungweisendes Spiel!

Die Ausgangslage: Vor der Partie war in Freiburg viel diskutiert worden über die zu wirkungslose Offensive. Trainer Christian Streich nahm dann gegenüber dem 1:1 bei Union Berlin aber nur eine Änderung vor. Für Angreifer Nils Petersen stellte er mit Lukas Kübler einen Verteidiger in die Startelf, dafür rückten Jonathan Schmid und Roland Sallai jeweils eine Position nach vorne.

Die Startphase: Den besseren Beginn hatten die Gastgeber. Gerade mal zwei Minuten und 16 Sekunden vergangen, da stand es auch schon 1:0. Über Baptiste Santamaria, Philipp Lienhart und Schmid kam der Ball zu Kübler, der mit einem Klassepass Lucas Höler auf die Reise schickte. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison sah sich Freiburgs Nummer neun allein auf weiter Flur dem gegnerischen Torhüter gegenüber, doch anders als bei den vorherigen Hundertprozentern behielt Höler diesmal die Nerven und schnippelte die Kugel mit dem Außenrist an Hradecky vorbei ins Tor.

Freiburgs Lucas Höler (r) macht das Tor zum 1:0 gegen Leverkusens Torwart Lukas Hradecky (l).
Freiburgs Lucas Höler (r) macht das Tor zum 1:0 gegen Leverkusens Torwart Lukas Hradecky (l). | Bild: Tom Weller/dpa

In der 8. Minute lag der Ball zum zweiten Mal im Leverkusener Kasten. Schmid hatte eine Flanke von Höler mit einer fulminanten Direktabnahme veredelt, doch der Vorlagengeber hatte zuvor im Abseits gestanden. Dann hätte es noch in der 29. Minute das 2:0 geben können, doch erst hinderte Sven Bender den an ihm vorbei sprintenden Höler mit einem Foulspiel am möglichen Torerfolg, danach rauschte der Freistoß von Vincenzo Grifo knapp am Pfosten vorbei. Die Rote Karte, die Schiedsrichter Benjamin Cortus zunächst für Bender gezückt hatte, nahm der Unparteiische nach Studium der Videobilder wieder zurück und wandelte sie in Gelb um. Eine akzeptable Entscheidung, denn Tapsoba war noch in Reichweite von Höler.

Freiburgs Baptiste Santamaria (r) in Aktion gegen Leverkusens Lucas Alario (r).
Freiburgs Baptiste Santamaria (r) in Aktion gegen Leverkusens Lucas Alario (r). | Bild: Tom Weller/dpa

Schockmoment Nummer 1: Nachdem Bailey in der 28. Minute einen ersten Schuss aufs Freiburger Tor losließ (Florian Müller parierte in Volleyballmanier und baggerte den Ball), hatte nur eine Minute später Nicolas Höfler einen Blackout. Bis dahin mit einigen gelungenen Tacklings und Balleroberungen positiv aufgefallen, leistete sich der Mittelfeldakteur einen hanebüchenen Fehlpass Richtung eigenes Tor perfekt in die Laufbahn von Alario. Bayers Mittelstürmer ließ sich nicht zweimal bitten und schoss zum 1:1 ein. Wenig später verpassten die Freiburger die erneute Führung. Nach Flanke von Christian Günter und Kopfballvorlage von Schmid scheiterte Grifo mit einem Kopfball aus sechs Metern an Hradecky. Zur Ehrenrettung Grifos sei gesagt: Die Reaktion des finnischen Keepers war einfach sensationell.

Schockmoment Nummer zwei: In der 42. Minute hatte die SC-Verteidigung einen Leverkusener Angriff geklärt, doch wiederum Höfler spielte den Ball in die Beine von Baumgartlinger. Über Lars Bender kam der Ball neun Meter vor dem Tor zum freistehenden Alario, der zum 1:2 vollstreckte.

Schockmoment Nummer drei: Gerade hatte Christian Streich Nils Petersen für Kübler eingewechselt (63.), um damit ein offensives Zeichen zu setzen, doch dann kam es anders. Freiburgs Stoßstürmer hatte noch keinen Kontakt zum Spielgerät, da leistete sich Höfler einen dritten Fehler. Der 30-Jährige verlor unweit des eigenen Strafraums den Ball, den Sekunden später Amiri unhaltbar für Müller zum 1:3 in den Winkel drosch.

Leverkusens Nadiem Amiri macht das Tor zum 1:3.
Leverkusens Nadiem Amiri macht das Tor zum 1:3. | Bild: Tom Weller/dpa

Hoffnung: Geschlagen gab sich der Sportclub aber auch nach dem 1:3 noch nicht. Grifos Flanke schob Petersen nach 74 Minuten zum 2:3 ein. Jetzt sollte zumindest noch ein Unentschieden her, doch dann zerstörte der für Sven Bender eingewechselte Tah mit einem Kopfball nach Ecke von Demirbay alle Freiburger Hoffnungen auf einen späten Punktgewinn.

Am Sonntag spielte der SC Freiburg gegen Bayer Leverkusen im Schwarzwald-Stadion. Leverkusens Jonathan Tah (r) erzielt das Tor zum 2:4 gegen Freiburgs Dominique Heintz (2.v.r).
Am Sonntag spielte der SC Freiburg gegen Bayer Leverkusen im Schwarzwald-Stadion. Leverkusens Jonathan Tah (r) erzielt das Tor zum 2:4 gegen Freiburgs Dominique Heintz (2.v.r). | Bild: Tom Weller/dpa