1. Sind noch alle fit? Die Fahrer sind bis auf ein paar Testrunden im Februar 31 Wochen lang nicht mehr im Renncockpit gesessen. Die Simulatoren in den Rennfabriken waren einem monatelangen Lockdown unterworfen, die virtuellen e-Sports-Rennen kein adäquater Ersatz. Die Piloten konnten nur Fitness bolzen, die Mechaniker – mit Maske – Boxenstopptrockentraining machen.
  1. Wie sieht die Saison aus? Acht Rennen sind für eine WM das Minimum, 15 den Fernsehsendern garantiert. Zunächst wird nur in Europa gefahren, möglichst en bloc: Zweimal in Österreich, danach in Ungarn, dann zweimal in Großbritannien. Gefolgt von Barcelona, Spa und Monza. Möglicherweise wird anschließend noch zweimal in Italien, vielleicht auch in Hockenheim gefahren. Die Oktober-Rennen in Mexiko, den USA und später in Brasilien sind gefährdet. Geplant sind im November/Dezember Finalrennen in Bahrain und Abu Dhabi. Auch in Schanghai soll gefahren werden, denn für eine echte Weltmeisterschaft braucht es drei Kontinente. Kommt es während der Saison zu einem Corona-Ausbruch, wird das bei einer Einzelinfektion nicht zu einer Rennabsage führen.
  2. Wie sollen die Geisterrennen ablaufen? Im Auto ist es in diesen Zeiten am sichersten, das gilt auch für die Formel 1. Aber der übliche Begleittross umfasst 3000 Menschen. Davon dürfen aber nur weniger als ein Drittel am Red-Bull-Ring sein, das 73-seitige Handbuch „Return to racing“ regelt alles minutiös. Die Teams werden permanent kontrolliert und leben im Fahrerlager und ihren Hotels in einer Blase. Mit Maskenpflicht, regelmäßigen Tests und Kontaktsperre. Wann wieder Zuschauer zugelassen werden, ist situationsbedingt offen – im Vorjahr waren in Österreich noch 203 000 Fans gezählt worden.
  3. Wie stark hat Corona der Formel 1 zugesetzt? Das Drei-Milliarden-Business ist mächtig geschrumpft. Fernseheinnahmen fehlen komplett, Veranstalter müssen für die Geisterrennen bezahlt werden statt Startgelder zu kassieren. McLaren muss Hunderte Leute entlassen, der altehrwürdige Williams-Rennstall steht zum Verkauf. Die größten Einbußen hat Vermarkter Liberty Media – statt Antrittsgelder in zweistelligen Millionenhöhen zu kassieren, müssen nun den Veranstaltern Ausfallhonorare für den Ticketverkauf erstattet werden.
  4. Was ändert sich an den Regeln? Das neue Reglement tritt erst 2022 in Kraft, bis dahin wird mit den diesjährigen Rennwagen gefahren. Künftig gilt auch ein Budget cap von 145 Millionen Dollar pro Team und Jahr. Das soll die Chancengleichheit erhöhen und das wirtschaftliche Überleben sichern. Aktuell ändert sich nur die Siegerzeremonie – statt auf dem Podium wird sie direkt auf der Zielgeraden durchgeführt.
  5. Was hat sich bei den Teams getan? Der Kanadier Lawrence Stroll rüstet den Racing Point-Rennstall zum Aston-Martin-Werksteam um, Renault macht weiter, Mercedes bekennt sich dazu, in irgendeiner Form weiterzumachen, Ferrari hat Sebastian Vettel für kommende Saison schon den Laufpass gegeben und den Spanier Carlos Sainz jr. verpflichtet. Das kann böses Blut geben.
  6. Wo ist die Formel 1 zu sehen? Zum letzten Mal bei RTL. Sky übernimmt von 2021 an auch in Deutschland die Exklusivrechte, mit nur vier garantierten Rennen im freien Fernsehen.
  7. Was ist mit den Deutschen? Sebastian Vettels Zukunft nach dem Ferrari-Aus ist unklar. Nico Hülkenberg dient sich für eine Rückkehr an. Die Hoffnungen liegen aber auf eine Beförderung von Ferrari-Junior Mick Schumacher (21). Sonst könnte die kommende Saison die erste seit 30 Jahren ohne deutschen Fahrer werden.