In der Nachspielzeit hatte Lucas Höler die hundertprozentige Chance zum 2:1, doch Freiburgs Angreifer nutzte sie nicht. So blieb es trotz klarer Überlegenheit gegen den VfL Wolfsburg beim 1:1. Die Leistung vor 3200 Zuschauern im Schwarzwaldstadion war in Summe okay, die Noten spiegeln das wider.

Florian Müller

Der Freiburger Torhüter hatte gegen Wolfsburg weniger abzuwehren als die Woche zuvor beim 3:2-Sieg in Stuttgart. Gegen Santos in der ersten und gegen Gerhardt in der zweiten Halbzeit war Müller auf dem Posten, beim Ausgleichstor der Niedersachsen durch einen Freistoß von Brekalo war er machtlos, zumal der Ball noch von Roland Sallai leicht abgefälscht worden war. – Note: 2,5

Jonathan Schmid

Hatte auf der rechten Seite etliche starke Aktionen im Zusammenspiel mit Neuzugang Baptiste Santamaria und Roland Sallai. In der 69. Minute hielten die 3200 SC-Fans den Atem an, als Schmid aus 20 Metern Entfernung zum Wolfsburger Tor zum Freistoß antrat. Im Dezember 2019 hatte der Franzose gegen den VfL mit einem fantastischen Freistoßtreffer aus zehn Meter mehr Distanz zum 1:0 das Spiel entschieden, diesmal geriet ihm der Schuss aber zu hoch. – Note: 2,5

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Philipp Lienhart

Im Abwehrzentrum ohne größere Probleme. Der Spielaufbau mal stark, mal unpräzise. Lienhart strahlt Sicherheit aus, in Summe ein zufriedenstellender Auftritt des Österreichers. – Note: 3

Dominique Heintz

Der Innenverteidiger gefiel mit Zweikampfstärke, gelungenen Diagonalbällen. War in einigen Duellen mit Wolfsburgs Sturmführer Ginczek meist Sieger. Musste nach einem letzten harten Einsatz kurz vor Abpfiff humpelnd vom Feld. – Note: 2,5

Christian Günter

Der Kapitän hatte viele gute Szenen. Offensiv deutlich wirkungsvoller als vor Wochenfrist in Stuttgart. In Halbzeit zwei rauschte sein Schuss knapp am Tor vorbei. Nur die Flanken fanden nicht die eigenen Mitspieler. – Note: 2,5

Nicolas Höfler

In Stuttgart war der Mittelfeldlenker mehr gefordert als gegen die Wölfe. Das lag daran, dass der Sportclub das Geschehen weitgehend bestimmte und Höfler zudem von Baptiste Santamaria wirkungsvoll unterstützt wurde. Sein Foul an Maximilian Arnold führte in der 41. Minute unmittelbar an der Strafraumgrenze zum Freistoß, den Brekalo zum 1:1 nutzte. – Note: 3

Baptiste Santamaria

Starkes Debüt des Franzosen im SC-Trikot. War von Anfang an im Spiel, hat eine enorme Präsenz. Mehrere Ballgewinne, viele gute Pässe. Nur ein Treffer war ihm nicht vergönnt, weil VfL-Ersatzkeeper Pavao Pervan, der den angeschlagenen Koen Casteels vertrat, den Spielverderber gab. In der 64. Minute wackelte das Tor, als Santamaria aus 25 Metern den Ball an den Pfosten donnerte, aber zuvor hatte Pervan noch die Fingerspitzen dran gehabt. Und in der 76. Minute landete Santamarias Kopfball nach einer Ecke von Günter in den Händen des VfL-Schlussmanns. – Note: 2

Roland Sallai

Überzeugende erste Halbzeit, durchschnittlicher zweiter Abschnitt. Der Ungar war beim Spielzug, der erst zum Eckball von Vincenzo Grifo und dann zum Tor von Nils Petersen führte, beteiligt. In der 57. Minute prüfte er mit einem strammen 18-Meter-Schuss Wolfsburg-Torwart Pervan. Der konnte nur nach vorne abklatschen, worauf Lucas Höler den Ball ins Tor beförderte – allerdings hatte er beim Schuss von Sallai im Abseits gestanden. In einigen Szenen verhaspelte sich der SC-Angreifer. – Note: 3

Vincenzo Grifo

Sehr starker Beginn. Bekam reichlich offensive Unterstützung von Hintermann Christian Günter, hatte im Zusammenspiel mit dem Kapitän einige gute Szenen. Toller scharfer Eckball, den Petersen per Kopf zum 1:0 veredelte. Nach 25 Minuten scheiterte Grifo mit einem 20-Meter-Freistoß an VfL-Torhüter Pervan, drei Minuten später donnerte er nach einem Abpraller den Ball in die Wolken. In Halbzeit zwei weniger auffallend. – Note: 2,5

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Lucas Höler

Tja, da kann der Mann noch so viel laufen und Einsatz zeigen, da kann er an manchen schönen Kombinationen beteiligt sein und das Pech beklagen, dass seinem Schuss zum vermeintlichen 2:1 eine Abseitsstellung vorausging – am Ende aber wird nach diesem Spiel nur von einer Szene die Rede sein. In der Nachspielzeit erhielt Höler vom Wolfsburger Angreifer Wout Weghorst per missglücktem Rückpass den Ball quasi auf dem Silbertablett serviert. Mutterseelenallein steuerte der Freiburger auf Torwart Pervan zu – und blieb plötzlich stehen. Keine Körpertäuschung, kein Schuss, nichts, ein kompletter Blackout ­– zur Salzsäule erstarrt, verbaselte Höler die Megachance zum 2:1. – Note: 4,5

Nils Petersen

In Stuttgart brauchte der SC-Torjäger acht Minuten zum 1:0, gegen Wolfsburg waren es auch nur drei mehr. In der 11. Minute beförderte er einen scharf geschlagenen Eckball von Grifo per Kopf ins Tor – ein echter Petersen! War wie immer viel unterwegs und für die Wolfsburger Defensive immer ein Unruhestifter. In der 56. Minute haderte der SC-Stürmer kurz mit Schiedsrichter Storks, an der Seitenlinie schimpfte Trainer Christian Streich. Grund: VfL-Verteidiger Brooks umklammerte Petersen, als der an der Strafraumgrenze dem Ball nachsetzen wollte. – Note: 2,5

Die eingewechselten Changhon Kwon, Wooyeong Jeong (beide 78.), Ermedin Dermirovic (88.) und Manuel Gulde (90.+5) bleiben ohne Bewertung.

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