Gegen starke Gäste von Union Berlin setzte es eine 1:4-Niederlage, nach der zarte Champions-League-Hoffnungen verwelkt sind, aber trotzdem die Teilnahme an der nächsten Europa-League-Runde sicher ist. Und das Pokalendspiel am 21. Mai gegen Leipzig hat man ja auch noch, um die Spielzeit zu krönen – und wieder bessere Noten einzufahren.

Mark Flekken: Steigen wir mit dem Spiel in Hoffenheim eine Woche zuvor ein: Da hielt Freiburgs Torwart in der Nachspielzeit mit einer großartigen Parade in der Nachspielzeit den 4:3-Sieg fest. So etwas zeichnet einen Klassemann zwischen den Pfosten aus. Aber das gelingt Flekken noch zu selten. Lange Zeit haben ihm seine Vorderleute viel Arbeit abgenommen. Das ist gegen Ende der Saison nicht mehr der Fall – und schon klingelt‘s im SC-Kasten, jetzt gleich zehnmal in den letzten drei Spielen. Gegen Union sah der Niederländer beim 0:1 schlecht aus und auch beim 0:3 gelang es ihm nicht, dem Torschützen Becker den Winkel zu verkürzen. Der SC hätte das gebraucht. – Note: 4

Union Berlins Andras Schäfer (2.v.r) macht das Tor zum 1:4 gegen Freiburgs Torwart Mark Flekken (M).
Union Berlins Andras Schäfer (2.v.r) macht das Tor zum 1:4 gegen Freiburgs Torwart Mark Flekken (M). | Bild: Tom Weller/dpa

Lukas Kübler: Hatte viel den Ball, machte wenig Fehler, aber es kam auch wenig herum bei seinen Aktionen. Vor dem 0:2 ließ er Becker ungestört flanken, dass dann in der Strafraummitte sein Kapitän Christian Günter zu spät kam gegen Trimmel und der Union-Spielführer ungehindert einköpfen konnte, war Künstlerpech. Allein, es bleibt der Vorwurf, die Hereingabe nicht verhindert zu haben. – Note: 4

Lukas Kübler
Lukas Kübler | Bild: Patrick Seeger/dpa

Philipp Lienhart: Der Österreicher spielt eine starke Saison, was freilich nicht heißt, dass er unfehlbar wäre. Aus den 112 und damit meisten Ballkontakten der Freiburger Akteure entstanden wenig Impulse fürs SC-Spiel, vor dem 1:4, das freilich nicht mehr entscheidend war, ließ er sich vom Torschützen Schäfer auf einfachste Weise düpieren. – Note: 3

Philipp Lienhart (Freiburg), Mannschaftsfoto SC Freiburg Saison 2019/20
Philipp Lienhart (Freiburg), Mannschaftsfoto SC Freiburg Saison 2019/20 | Bild: Hahne, Joachim

Nico Schlotterbeck: Der Innenverteidiger kam auf die besten Zweikampfwerte, gewann 60 Prozent seiner Duelle. Versuchte auch immer wieder offensive Vorstöße, die aber durchweg in Berliner Beinen hängen blieben. Unglückliche Aktion vor dem 0:3 durch Becker. Wie sagte später sein Trainer Christian Streich: „Es war zuletzt alles ein bisschen viel für den Nico. Er spielt es gut, aber er macht auch noch Fehler. Das darf er, denn er ist ja noch jung.“ – Note: 3

Nico Schlotterbeck (Freiburg), Mannschaftsfoto SC Freiburg Saison 2019/20
Nico Schlotterbeck (Freiburg), Mannschaftsfoto SC Freiburg Saison 2019/20 | Bild: Hahne, Joachim

Christian Günter: Eine Woche zuvor beim 4:3-Sieg in Hoffenheim wurde der SC-Kapitän vom Altinternationalen und TV-Experten Lothar Matthäus zum Spieler der Partie gekürt. Diesmal wäre das sicher nicht der Fall gewesen. Im direkten Duell gegen Berlins Christopher Trimmel zog Günter oft den Kürzeren. Er kam nicht zu seinen Flügelläufen und musste dann auch noch ein Gegentor des Union-Österreichers verkraften. – Note: 4

Christian Günter (Freiburg), Mannschaftsfoto SC Freiburg Saison 2017/18
Christian Günter (Freiburg), Mannschaftsfoto SC Freiburg Saison 2017/18 | Bild: Hahne, Joachim

Nicolas Höfler: Machte keine Fehler, kam aber auch viel seltener als sonst zu Balleroberungen, die postwendend in eigene Angriffe der Freiburger hätten münden können. Bemühte sich um Ordnung, doch nicht wirklich mit Erfolg. Immer und immer wieder standen Berliner Beine im Weg. Sein Fazit: „Hat nicht so geklappt wie gewünscht, aber die liegen uns einfach auch nicht.“ – Note: 3

Nicolas Hoefler (Freiburg), Mannschaftsfoto SC Freiburg Saison 2019/20
Nicolas Hoefler (Freiburg), Mannschaftsfoto SC Freiburg Saison 2019/20 | Bild: Hahne, Joachim

Maximilian Eggestein: Wenn eifriges Bemühen zu einer guten Bewertung genügte, hätte sie sich der Ex-Bremer verdient. Aber in der Bundesliga ist bloßes sich anstrengen zu wenig. Vor dem 0:1 bugsierte Eggestein ungeschickt den Ball gegen den Pfosten und Prömel verwertete dann den Abprallere. Beim 1:4 sah er auch nicht gut aus und nach vorne kam wenig Verwertbares. – Note: 4,5

Freiburgs Maximilian Eggestein reagiert im Spiel gegen Bor. Mönchengladbach am 23.04.2022.
Freiburgs Maximilian Eggestein reagiert im Spiel gegen Bor. Mönchengladbach am 23.04.2022. | Bild: Tom Weller/dpa

Vincenzo Grifo: Nach dem Abpfiff kauerte er auf dem Boden, was seine Enttäuschung widerspiegelte – wohl mit dem Ergebnis, wohl mit der Leistung seiner Mannschaft, wohl auch mit seinem eigenen Auftritt. Der offensive Ideengeber, so oft in dieser Spielzeit gewesen, war er diesmal nicht. Vielleicht wäre es anders, am Ende für alle Freiburger besser gekommen, wenn sein schöner Schuss in der 20. Minute nicht kurz vor der Torlinie von einem Berliner Verteidiger weggeköpft worden wäre. Ein Tor zu diesem Zeitpunkt hätte womöglich ihn und die Seinen beflügelt. – Note: 3,5

Freiburgs Vincenzo Grifo feiert sein 2:0 im Spiel gegen den VfL Wolfsburg am 12.03.2022.
Freiburgs Vincenzo Grifo feiert sein 2:0 im Spiel gegen den VfL Wolfsburg am 12.03.2022. | Bild: Philipp von Ditfurth/dpa

Roland Sallai: Wurde oft in Doppeldeckung abgeschirmt, hatte wenig Freiräume. Hätte kurz vor dem Pausenpfiff auf 1:3 verkürzen können, doch sein Schuss flog in die zweite Etage. Nach dem Wechsel gelang ihm die Vorlage zu Hölers Tor, mehr war freilich nicht. Ging nach 74 Minuten für Schmid raus. – Note: 3,5

Roland Sallai (Freiburg), Mannschaftsfoto SC Freiburg Saison 2019/20
Roland Sallai (Freiburg), Mannschaftsfoto SC Freiburg Saison 2019/20 | Bild: Hahne, Joachim

Wooyeong Jeong: Das war nicht der Tag des Südkoreaners. Stockfehler, zu hastige Aktionen, keine wirkliche Bindung zum Spiel. Jeong wirkte komplett verloren im Spinnennetz der Berliner Abwehr. Logische Folge: Auswechslung nach 45 Minuten. – Note: 5

Wooyeong Jeong (SC Freiburg), Mannschaftsfoto SC Freiburg Saison 2019/20
Wooyeong Jeong (SC Freiburg), Mannschaftsfoto SC Freiburg Saison 2019/20 | Bild: Hahne, Joachim

Lucas Höler: War umtriebig, viel unterwegs und dann auch noch Torschütze nach 24 Minuten. Seinen Ausgleich zum 1:1 hätte der Sportclub gut gebrauchen können, um so richtig ins Spiel zu kommen. Schiedsrichter Felix Brych hatte auch schon zum Anstoß gebeten, als plötzlich aus dem Kölner Keller Videoreferee Markus Schmidt ein Handspiel von Höler meldete. Schwach von Brych, der den dem Torschuss vorausgegangenen Zweikampf zwischen Höler und dem Berliner Jaeckel aus Nahdistanz verfolgt hatte, dass er sich die Szene nicht selbst am Bildschirm ansah. Man hätte da wahrlich nicht auf Hand entscheiden müssen, weil es nämlich die Partie Schulter/Oberarm war. In Halbzeit zwei traf Höler wieder, diesmal wollte ihm Linienrichter Borsch das Tor wegnehmen, doch war‘s kein Abseits. – Note: 2,5

Lucas Hoeler (Freiburg), Mannschaftsfoto SC Freiburg Saison 2019/20
Lucas Hoeler (Freiburg), Mannschaftsfoto SC Freiburg Saison 2019/20 | Bild: Hahne, Joachim

Nils Petersen: Ersetzte ab der 46. Minute den indisponierten Jeong. Nur acht Minuten später hatte Freiburgs Fußballgott das 1:3 auf dem Schädel, aber auch ein Petersen trifft eben nicht immer. Sein Kopfball rauschte knapp über die Latte, ein Treffer zu dieser Zeit hätte noch mal eine Portion Extraenergie freisetzen können. Einmal wurde er dann noch gefoult, doch Schiri Brych war‘s zu wenig. – Note: 3,5

Nils Petersen (Freiburg), Mannschaftsfoto SC Freiburg Saison 2019/20
Nils Petersen (Freiburg), Mannschaftsfoto SC Freiburg Saison 2019/20 | Bild: Hahne, Joachim

Jonathan Schmid: Kam nach 74 Minuten für Sallai, fand aber überhaupt nicht in die Partie. Sinnbildlich die Szene, als er auf der rechten Seite angespielt wurde und den Ball unbedrängt über die Seitenlinie rollen ließ. – Note für den Kurzauftritt: 4,5

Jonathan Schmid (Freiburg), Mannschaftsfoto SC Freiburg Saison 2019/20
Jonathan Schmid (Freiburg), Mannschaftsfoto SC Freiburg Saison 2019/20 | Bild: Hahne, Joachim

Ermedin Demirovic: Sechs Minuten vor Ende ersetzte der Stürmer Verteidiger Kübler. Keine nennenswerte Szene mehr. – ohne Bewertung

Freiburgs Ermedin Demirovic und Hamburgs Jonas Meffert (r) kämpfen um den Ball in der Partie in Hamburg am 19.04.2022.
Freiburgs Ermedin Demirovic und Hamburgs Jonas Meffert (r) kämpfen um den Ball in der Partie in Hamburg am 19.04.2022. | Bild: Marcus Brandt/dpa