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Es ist wirklich nicht leicht, die Zuversicht dieser dänischen Fußball-Nationalmannschaft zu brechen. Das hat am Samstagabend nicht einmal Frankreichs Ausnahmestürmer Kylian Mbappé mit seinem Siegtor kurz vor Schluss geschafft (86. Minute).

«Wir sind sehr optimistisch vor dem nächsten Spiel. Wir gehen da sehr positiv heran. Wir haben noch alle Möglichkeiten», sagte der WM-Startelf-Debütant Jesper Lindström von Eintracht Frankfurt nach der späten 1:2 (0:0)-Niederlage gegen Titelverteidiger Frankreich.

Die Dänen sind zuversichtlich

Die nackten Fakten sagen: Der Geheimfavorit Dänemark hat nach zwei Spielen der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar nur einen Punkt auf dem Konto und muss sein drittes Gruppenspiel gegen Australien (Mittwoch, 14.00 Uhr/ZDF und Magenta TV) nun unbedingt gewinnen, um nicht schon nach der Vorrunde nach Hause zu fliegen.

Die dänische Sichtweise ist eher: «Letztes Jahr hatten wir bei der EM nach zwei Spielen noch keinen Punkt und mussten auch gewinnen. Wir haben es noch selbst in der Hand», sagte Nationaltrainer Kasper Hjulmand.

Die Zuversicht der Dänen fußt vor allem darauf, am Samstagabend eine deutlich bessere Leistung geboten zu haben als noch beim enttäuschenden 0:0 zum Auftakt gegen Tunesien. Eine Stunde lang hielt man Frankreichs Weltklasse-Angriff so gut es ging vom eigenen Tor fern. Und selbst als Mbappé in der 61. Minute zum ersten Mal traf, kam der EM-Halbfinalist durch den Ausgleich von Andreas Christensen noch einmal zurück (68.). «Das war eine sehr gute Leistung gegen ein First-Class-Team», sagte Abwehrspieler Joachim Andersen.

Druck ist eine relative Sache für diese dänischen Spieler, seit sie im vergangenen Jahr mitansehen mussten, wir ihr wichtigster Mann Christian Eriksen während des ersten EM-Spiels gegen Finnland einen Herzstillstand erlitt. Seit der Bewältigung dieses Schocks eilt die Mannschaft von Erfolg zu Erfolg: Halbfinale beim EM-Turnier, neun Siege in zehn WM-Qualifikationsspielen, zwei Erfolge gegen Weltmeister Frankreich in der Nations League.

«Wir wollen den Rückstand zu den besten Mannschaften in Europa und der Welt weiter verkürzen», sagte Hjulmand. Deshalb sei ein Weiterkommen bei dieser Weltmeisterschaft so wichtig.

Schlüsselspieler fallen aus

Zwei Probleme hat er vor dem Australien-Spiel allerdings: Nach dem WM-Aus des ehemaligen Dortmunders Thomas Delaney verletzte sich mit Kapitän Simon Kjaer noch ein zweiter Schlüsselspieler am Oberschenkel. «Wir wissen noch nicht, ob er gegen Australien spielen kann», sagte der Trainer. Und zwei gleichwertige Spieler für wirklich jede Position gibt sein Kader noch nicht her.

Ein Schwachpunkt im Vergleich zu Abwehr und Mittelfeld bleibt die Mittelstürmer-Position. Kasper Dolberg, Andreas Cornelius, Martin Braithwaite - in vier WM-Halbzeiten kamen bislang drei zentrale Angreifer zum Einsatz, ohne dass nur einer von ihnen überzeugt hätte. Vielleicht ist das Vorrunden-Endspiel gegen Australien ja eine Chance für den Wolfsburger Jonas Wind.