Kunstschütze Vincenzo Grifo hat die TSG 1899 Hoffenheim aus dem DFB-Pokal geschossen und lässt den SC Freiburg vom ersten nationalen Titelgewinn träumen.

Der 28 Jahre alte Italiener erzielte beim 4:1 (2:0) im Achtelfinale zwei Tore (10. Minute/36./Handelfmeter) und entschied damit frühzeitig das Baden-Württemberg-Duell zugunsten der Breisgauer. Vor nur 500 erlaubten Zuschauern machte der TSG ein Eigentor von Rückkehrer Nico Schlotterbeck (53.) nur kurzzeitig Hoffnung. Kevin Schade (55.) und Ermedin Demirovic (67.) trafen zum Endstand. Ein später zweiter Treffer der Hoffenheimer durch Ihlas Bebou wurde wegen Abseits aberkannt.

Bei Hoffenheim misslang das Experiment, Stürmer Andrej Kramaric auf der Bank zu lassen, gehörig. Die sonst so offensivstarken Kraichgauer wirkten harmlos und erspielten sich kaum Chancen. Die ganz große Gelegenheit, im nach dem Ausscheiden von Bayern, Dortmund und Leverkusen stark dezimierten Pokal etwas zu gewinnen, hat nun der Sportclub, der bei dem wichtigen Sieg auch von der Rückkehr von Torhüter Mark Flekken und Schlotterbeck profitierte. Das Viertelfinale findet am 1. und 2. März statt.

Grifo setzte das erste Ausrufezeichen

«Wir genießen jetzt erst einmal den Abend und dann schauen wir mal, was für ein Los wir bekommen. Und dann werden wir natürlich alles, alles, alles Menschenmögliche zu machen, um gegen den nächste Gegner auch zu gewinnen», sagte Grifo im TV-Sender Sky. Hoffenheims Bebou haderte mit dem Auftritt seiner Mannschaft: «Wir waren in der ersten Halbzeit ein bisschen zu passiv. Die Freiburger haben das einfach gut gemacht.»

In einer von Anfang an temporeichen Partie setzte der italienische Nationalspieler Grifo das erste Ausrufezeichen. Einen sauber vorgetragenen Konter der Gäste vollendete er mit einem sehenswerten Schlenzer. Die TSG war in der Rückwärtsbewegung viel zu langsam. Emotional wurde es nach gut einer halben Stunde, als sich TSG-Coach Sebastian Hoeneß nach einem Foul ein hitziges Wortgefecht mit Freiburgs Profis lieferte.

Überaus effiziente Freiburger

Diese konnten sich wenige Augenblicke freuen, nachdem Schlotterbeck den ausgestreckten Arm von Hoffenheims Bebou anschoss - Schiedsrichter Robert Schröder entschied auf Elfmeter, den wiederum Grifo sicher verwandelte. So war die Vorentscheidung schon vor der Pause gefallen. Der abgezockte Grifo stand sinnbildlich für überaus effiziente Freiburger. Die wenigen Hoffenheimer Fans forderten mit lauten Rufen eine schnelle Einwechslung von Kramaric.

Der Kroate und Stürmer Dabbur kamen dann nach der Pause auch ins Spiel, womit Hoeneß seine ursprüngliche Aufstellung korrigierte. Das half kurzzeitig. Kramaric war direkt an mehreren Szenen beteiligt: Auch das Eigentor von Schlotterbeck, der von der Linie klären wollte, leitete er maßgeblich mit ein. Doch die Freude über den Anschlusstreffer hielt nur kurz, quasi im Gegenzug vollstreckte Schade zum 3:1 und stellte damit den alten Abstand wieder her. Der Treffer von Demirovic brachte endgültig die Entscheidung. (dpa)