Die ersten Athleten können nach der Nominierung durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) für die Winterspiele in Peking schon mal die Koffer packen. Unsicherheit und Angst werden angesichts der in die Höhe schnellenden Corona-Zahlen vor und während der olympischen Medaillenkämpfe aber ständige Begleiter bleiben.

Nicht zu viele Gedanken machen

„Je mehr Gedanken man sich macht, desto fertiger ist man irgendwann“, sagte Eisschnellläuferin Claudia Pechstein. Die 49-jährige Berlinerin wurde vom DOSB für ihre achte Olympia-Teilnahme nominiert – ein Rekord für eine Athletin. „Ich versuche, mich immer überall an alle Regeln zu halten, die Maske zu tragen und, wenn es geht, mich nicht mit zu vielen Menschen zu umgeben“, erklärte sie. Diese Empfehlung gab auch Olympia-Arzt Bernd Wolfarth: „Die Athleten sollten sich so gut wie möglich in sozialer Distanz üben.“

Erste Nominierungen

Bei der ersten Nominierung des DOSB haben 20 Eisschnell- und Eiskunstläufer sowie Rodler für die Peking-Spiele vom 4. bis 20. Februar ihre Olympia-Tickets erhalten. Der DOSB hat auch schon einen 35er-Pool von Eishockeyspielern nominiert – allerdings unter Vorbehalt und ohne Nennung von Namen –, der auf 25 Spieler reduziert werden muss.

Bei der zweiten Nominierung am kommenden Dienstag wird die deutsche Mannschaft dann komplettiert. Wie 2018 in Pyeongchang ist eine Teamgröße von etwa 150 Sportlern zu erwarten. Vor vier Jahren in Südkorea reiste das deutsche Team mit 31 Medaillen und dem besten Ergebnis nach der Wiedervereinigung zurück.

Stephan Leyhe hat gute Chancen

Aus dem Schwarzwald hat der Wahl-Hinterzartener Stephan Leyhe (30) bei den Skispringern die Norm erfüllt und darf auf eine Nominierung durch Bundestrainer Stefan Horngacher setzen. Gut sieht es auch im Biathlon für Ex-Weltmeister Benedikt Doll (31, SZ Breitnau) und den in dieser Saison stark auftrumpfenden Roman Rees (28, SV Schauinsland) aus, die sich beide qualifizieren konnten.

Hat gute Chancen auf eine Olympia-Teilnahme: Biathlet Benedikt Doll.
Hat gute Chancen auf eine Olympia-Teilnahme: Biathlet Benedikt Doll. | Bild: dpa

Dagegen könnte der Olympia-Traum von Janina Hettich (25, SC Schönwald) bereits geplatzt sein – sie hat nach schwachen Schießleistungen bei den jüngsten Weltcups ihren Startplatz für den gerade begonnenen Heim-Weltcup in Ruhpolding verloren.

Luxusproblem bei den Kombinieren

Ein Luxus-Problem hat Hermann Weinbuch. Aus einer bärenstarken deutschen Mannschaft in der Nordischen Kombination muss der Bundestrainer die vermeintlich besten Winter-Zweikämpfer herausfiltern, die zu den fünf Kombinierern gehören sollen, die für Peking im Aufgebot stehen. Hier kämpfen mehrfache Medaillengewinner bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften, Fabian Rießle (31, SZ Breitnau) und der in Oberried lebende Manuel Faißt (29, SV Baiersbronn), um den einen noch freien Startplatz.

Im Ski-Cross hat sich Daniela Maier (25, SZ Urach) für die Spiele qualifiziert. Mit dabei sein werden aus dem Bereich der Snowboard-Crosser aller Voraussicht nach bei den Herren Paul Berg (30, SC Konstanz) und der junge Senkrechtstarter Umito Kirchwehm (21, SC Altglashütten). Bei den Skilangläufern hat Janosch Brugger (24, SC Schluchsee) die halbe Norm erfüllt – ob es für die Reise nach China reicht, wird sich zeigen.