Jeder darf selbst entscheiden, ob er sich gegen Corona impfen lässt oder nicht. Aber jeder darf auch eine Meinung dazu haben, dass Joshua Kimmich sich noch nicht gegen Corona hat impfen lassen. Und wer seine Vereinsbrille absetzt und alle Fakten zum Thema berücksichtigt, darf das Verhalten von Kimmich egoistisch finden und wenig intelligent.

Ein von der Wissenschaft längst entkräftetes Argument

Es gibt gute Gründe, sich nicht impfen zu lassen, wenn man etwa jünger ist als zwölf Jahre oder einer Risikogruppe angehört. Beides trifft offensichtlich nicht zu auf Profisportler Kimmich. Er nennt nur fehlende Langzeitstudien als Grund für seinen Schritt.

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Ein Argument, das seriöse Wissenschaftler längst entkräftet haben angesichts von Hunderten Millionen bereits seit vielen Monaten geimpfter Menschen auf der Welt – ein Zeitraum, in dem bei jedem neu eingeführten Impfstoff der Geschichte nennenswerte Nebenwirkungen längst aufgekommen sind.

Kimmich verdient nicht wenig Geld in einer Branche, die trotz Corona recht schnell wieder ihr Business ausüben durfte – ungeachtet der Kontaktbeschränkungen, die zum Teil für andere ja noch gelten. Es ist nicht erklärbar, dass ungeimpfte Fans wie jüngst bei 2G-Bedingungen in Leverkusen gegen Bayern nicht ins Stadion dürfen, der ungeimpfte Kimmich aber auf dem Rasen Zweikämpfe bestreitet und Kollegen umarmt.

Sicherheitsrisiko für das eigene Team

Dazu ist Kimmich ein Sicherheitsrisiko für sein eigenes Team: Infiziert er sich, muss er mindestens 14 Tage in Quarantäne. Der Ausfall des Schlüsselspielers, der sich bei ungünstigem Krankheitsverlauf verlängern kann, kann sportliche Ziele der Bayern gefährden. Und er macht sich unglaubwürdig als Kopf der mit Mitspieler Leon Goretzka gegründeten Kampagne „We kick Corona“, die auch für den Zugang möglichst vieler Menschen zum Impfstoff wirbt.

Dass Kimmich offen mit dem Thema umgeht, ehrt ihn. Wenn er sich, wie angekündigt, noch einmal in Ruhe mit dem Thema beschäftigt hat, darf er gern offen sagen, dass er sich geirrt hat mit seiner Einschätzung.