• Freiburger Stärke: Freiburg legte im Baden-Württemberg-Derby beim VfB Stuttgart einen Blitzstart hin. Nach nicht mal einer halben Stunde führten die Südbadener durch Tore von Nils Petersen (8.) und Roland Sallai (26.) mit 2:0, ein dritter Treffer von Wooyeong Jeong wurde wegen Abseits von Petersen nicht anerkannt. In der 48. Minute erhöhte Vincenzo Grifo nach toller Kombination über Sallai und Lucas Höler auf 3:0, nur zwei Minuten später fand Petersens Tor erneut wegen Abseits keine Anerkennung. 60 Minuten lang kontrollierte der SC das Geschehen.
  • Stuttgarter Hartnäckigkeit: Nach einer Stunde änderte sich das Geschehen – aus zwei Gründen: Zum einen wechselte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo mit Philipp Klement und Sasa Kalajdzic zwei Akteure ein, die fortan für Schwung im Angriffsspiel der Schwaben sorgten. Zum anderen registrierten die Freiburger zu spät, dass der Wind sich drehte. Christian Streich nahjm sich selbst von Kritik nicht aus. „Ich hätte wohl früher von einem Sechser (Nicolas Höfler; die Red.) auf zwei umstellen sollen“, sagte der SC-Trainer auf die Frage, warum sein Team plötzlich die Kontrolle über die Partie verlor. Kalajdzic (72.) und Wamangituka (81.) gelang der Anschluss zum 2:3, und hätte der aus Mainz ausgeliehene Torwart Florian Müller in der fünften Minute der Nachspielzeit nicht einen Aufsetzer von Klement um den Pfosten gelenkt, wäre es tatsächlich noch zum 3:3 gekommen. „Hintenraus brauchten wir Glück, um das Spiel zu gewinnen“, sagte Streich.
  • Die Bewertung: Der SC Freiburg hat lange Zeit stark aufgetrumpft. Der Mut, offensiv zu agieren, wurde belohnt. Die junge Mannschaft des VfB Stuttgart, weitgehend ohne Bundesligaerfahrung, hat nicht enttäuscht, zahlte allerdings Lehrgeld. „Wir haben in diesen ersten 90 Minuten gleich erlebt, was Bundesliga ausmacht. Die ersten beiden Tore haben wir naiv weggeschenkt“, sagte VfB-Spielmacher Daniel Didavi. Auch das schnelle 0:3 nach Wiederbeginn sei eine kalte Dusche gewesen. „Danach haben wir es gutgemacht, aber den Punkt nicht mehr geschafft.“
  • Strittige Szenen: Zweimal wollten die Stuttgarter einen Elfmeterpfiff haben. Erst spielte Freiburgs Philipp Lienhart nach einer Flanke den Ball mit dem Oberarm, in der letzten der sechs Nachspielminuten brachte Freiburgs Höler Gegenspieler Waldemar Anton im Stile eines Ringers zu Boden. Der SÜDKURIER hat am Sonntag bei einem Unparteiischen nachgefragt. Die Auskunft: Lienharts Handspiel nicht zu ahnden, sei keine klare Fehlentscheidung von Schiedsrichter Benjamin Cortus gewesen. In den neuen Richtlinien sei festgelegt worden, dass es sich bis unter die Achselhöhle nicht um ein strafbares Handspiel handle. Deshalb habe auch Videoassistentin Bibiana Steinhaus nicht eingreifen müssen. Das Foul von Höler an Anton erfolgte, als der Ball vor einem letzten Freistoß für den VfB noch ruhte. Als die Kugel gespielt wurde, hatte Höler seine Hände bereits wieder weggezogen, man hätte ihm allenfalls Gelb (in seinem Fall, da schon verwarnt, Gelb-Rot) geben können. Wie sagte Streich? Am Ende war‘s dann auch glücklich...

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