Erstmals für den März 1971 verliehen, ist die Auszeichnung der Sportschau im Ersten seit fünf Jahrzehnten eine Institution: Das „Tor des Monats“. Bereits 555-mal wurde es gekürt, in einigen Fällen sogar im Doppelpack. Zu den Preisträgern gehörten schon der „Bomber der Nation“ Gerd Müller, Rekordnationalspieler Lothar Matthäus oder der schwedische Superstar Zlatan Ibrahimovic. Erster Gewinner war Gerhard Faltermeier von Jahn Regensburg. Seinen Torschuss zum 2:0 am 28. März 1971 in der Regionalliga-Süd – damals die zweithöchste deutsche Spielklasse – gegen den VfR Mannheim wählten die Zuschauer zum ersten „Tor des Monats“. Der Mittelfeldspieler hatte einen 20-Meter-Freistoß in den Torwinkel gezirkelt, 71 000 der geschätzten 250 000 Einsendungen entfielen auf ihn. Sportschau-Gastgeber Oskar Klose überreichte dem Sieger im Studio die erste Medaille.

40 Prozent Bundesligatore

In der Sendung können sich Zuschauer zwischen fünf der schönsten und spektakulärsten Treffer des abgelaufenen Monats (Tor 1 bis Tor 5) entscheiden, die Vorauswahl übernimmt die Sportschau-Redaktion. Anfangs wurde noch ganz klassisch mit einer eingesandten Postkarte abgestimmt, inzwischen ist die Wahl per Telefon oder übers Internet möglich. Aus allen Teilnehmern werden die Gewinner ausgelost. Die präsentierten Tore stammen aus Partien unterschiedlicher Wettbewerbe oder aus Freundschaftsspielen, mehr als 40 Prozent kommen aus der Fußball-Bundesliga. Zunächst wurden die Treffer ohne Kommentar gezeigt, um zu vermeiden, dass Tore aus Sympathie für den Schützen oder dessen Team gewinnen. Mittlerweile werden jedoch die Namen der Spieler und deren Mannschaften genannt.

Auswertung im Gefängnis

Die Idee für das Tippspiel hatte der Westdeutsche Rundfunk (WDR) von der britischen BBC „übernommen“, die seit 1970 das „Goal of the Month“ ermittelt. Nach der ersten Ausstrahlung waren die Verantwortlichen in Köln total überrascht. „Den Erfolg hatten wir anfangs schwer unterschätzt. Schon beim ersten Mal gingen gut 200 000 Postkarten ein. Sie alle auszuwerten war von uns überhaupt nicht zu bewältigen“, erinnert sich Moderator Ernst Huberty (94), der von 1961 bis 1982 als „Mister Sportschau“ für die Kultsendung verantwortlich war, „also bin ich mit den Kartons ins Kölner Gefängnis gegangen, den Klingelpütz. Dort wurde dann gegen eine kleine Belohnung das Sortieren der Karten erledigt.“

Neben dem „Tor des Monats“ sowie den Jahres-, Jahrzehnt- und Jahrhunderttoren prämiert „Das Erste“ seit 2003 fast ein wenig inflationär auch das „Tor der Woche“. Sie bilden häufig die Grundlage für die Wahl zum „Tor des Monats“.

Kurioses rund um das „Tor des Monats“

Klaus Fischer am Fallrückzieher-Simulator.
Klaus Fischer am Fallrückzieher-Simulator. | Bild: imago sportfotodienst via www.imago-images.de
Lukas Podolski und seine Medaille für das Tor des Monats.
Lukas Podolski und seine Medaille für das Tor des Monats. | Bild: via www.imago-images.de
Philipp Lahm (rechts) und Michael Freudlsperger.
Philipp Lahm (rechts) und Michael Freudlsperger. | Bild: imago sportfotodienst
Zlatan Ibrahimovic.
Zlatan Ibrahimovic. | Bild: Imago
Serdal Celebi, Blinden-Fußballer des FC St. Pauli.
Serdal Celebi, Blinden-Fußballer des FC St. Pauli. | Bild: Axel Heimken
Kurt Meyer, Torschütze des Jahres 2001.
Kurt Meyer, Torschütze des Jahres 2001. | Bild: Andrea Enderlein
Bärbel Wohlleben, die erste Deutsche Meisterin im Frauenfußball.
Bärbel Wohlleben, die erste Deutsche Meisterin im Frauenfußball. | Bild: Michael Ossenkopp