Nächste Blamage statt EM-Rückenwind: Joachim Löw ist mit seinem letzten Neun-Punkte-Auftrag für die Katar-WM gegen Außenseiter Nordmazedonien krachend gescheitert. Nach der nächsten historischen Niederlage geht der scheidende Bundestrainer mit einer schweren Hypothek in die heiße Vorbereitung für seinen letzten Titelanlauf im Sommer. Bei der Länderspiel-Premiere gegen den Weltranglisten-65. kassierte die zwar überlegene, aber wieder ineffiziente Fußball-Nationalmannschaft um Ersatzkapitän Ilkay Gündogan durch das 1:2 (0:1) am Mittwochabend in Duisburg die erste Niederlage in einer WM-Qualifikation seit beinahe 20 Jahren.

Antonio Rüdiger (Deutschland) und Joshua Kimmich (r) stehen enttäuscht auf dem Platz.
Antonio Rüdiger (Deutschland) und Joshua Kimmich (r) stehen enttäuscht auf dem Platz. | Bild: Federico Gambarini/dpa

DFB-Elf verliert trotz Ausgleich

Routinier Goran Pandev mit seinem Tor in der zweiten Minute der Nachspielzeit der ersten Halbzeit und Eljif Elmas (85.) machten die unliebsame Überraschung in Duisburg perfekt. Der zwischenzeitliche Ausgleich durch Gündogans Foulelfmeter (63.) war wertlos. Statt mit dem wohligen Gefühl von drei Quali-Siegen Richtung EM zu gehen, ist Löw wie nach dem 0:6 in Spanien schon wieder in Erklärungsnot.

Eljif Elmas (Nordmazedonien, r) feiert mit Stefan Spirovski sein Tor zum 1:2.
Eljif Elmas (Nordmazedonien, r) feiert mit Stefan Spirovski sein Tor zum 1:2. | Bild: Thilo Schmuelgen/Reuters Pool/dpa

In 76 Tagen geht es beim ersten EM-Ernstfall in München nicht gegen einen Außenseiter vom Balkan, sondern gegen Weltmeister Frankreich. Die Rufe nach einem Comeback von Thomas Müller und Mats Hummels werden ganz sicher noch lauter werden.

Erste Niederlage in WM-Quali seit 2001

Für seinen noch nicht benannten Nachfolger hinterließ Löw zudem ein nicht für möglich gehaltenes WM-Szenario. Statt mit neun Punkten die Gruppe J anzuführen, startet Deutschland im September mit einem neuen Bundestrainer als Tabellendritter hinter Armenien und Nordmazedonien in einen heißen Quali-Herbst. Nur der Gruppensieger ist sicher im Advent 2022 bei der Endrunde in Katar dabei. Für Löw war es im 33. und letzten WM-Qualifikationsspiel die erste Niederlage. Die letzte Pleite gab es noch unter Teamchef Rudi Völler 2001 beim 1:5 gegen England.

Bundestrainer Joachim Löw trägt im Stadion eine Maske.
Bundestrainer Joachim Löw trägt im Stadion eine Maske. | Bild: Federico Gambarini/dpa

(dpa)