Das Hotel "Zum Gourmet" ist während der Weltmeisterschaft in Seefeld nur für die deutsche Mannschaft reserviert. Athleten, Trainer und Betreuer sind hier untergebracht, in der Summe rund 100 Menschen. An der Eingangstür hängt ein Schild, das Gästen den Zutritt während der WM-Tage verbietet. Fabian Rießle aber empfängt den SÜDKURIER auf der sonnigen Terrasse.

Fabian Rießle nimmt sich viel Zeit für SÜDKURIER-Redakteur Marco Scheinhof.
Fabian Rießle nimmt sich viel Zeit für SÜDKURIER-Redakteur Marco Scheinhof. | Bild: Schwarz, Florian

Fabian Rießle teilt sich das Zimmer mit Manuel Faißt vom SV Baiersbronn. Beide kennen sich schon lange, jeder weiß um die Marotten des anderen. Der Fernseher läuft bei den beiden nur selten. Faißt hat bald Prüfungen, er lernt viel. Rießle liest gerne. Oder liegt im Bett, manchmal noch mit der Goldmedaille vom Teamsprint in der Hand.

Fabian Rießle auf seinem Bett mit der Goldmedaille in der Hand.
Fabian Rießle auf seinem Bett mit der Goldmedaille in der Hand. | Bild: Faißt, Manuel

Das Hotel liegt in einem ruhigen Teil von Seefeld. Rießle gefällt das, hier findet er die Ruhe, die er braucht. Ausflüge ins Ortszentrum macht er selten. An wettkampffreien Tagen steht er meist um 8 Uhr auf. Sein Frühstück besteht aus Haferschleim, Müsli und Obst. Um 9 Uhr geht es zum Training an die Schanze, zwischen zwölf und 13 Uhr gibt es Mittagessen: Salat, Suppe und Nudeln.

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In Seefeld vertrauen die Deutschen auf die Künste der Hotel-Köche. Bei den letzten Weltmeisterschaften in Falun und Lahti hatten sie eigene Köche dabei. Die Bettruhe ist am Abend nicht vorgeschrieben. "Wir sind alle alt genug", sagt Rießle.

Das Hotel liegt in einer ruhigen Gegend von Seefeld.
Das Hotel liegt in einer ruhigen Gegend von Seefeld. | Bild: Scheinhof, Marco

Ständig im Hotel zu sein, kann für Langeweile sorgen. Manchmal gehen Rießle und Co. zum Fußballspielen nach draußen. Auch gerne zum Aufwärmen vor dem Training. Oder die Sportler treffen sich in einem eigens für sie eingerichteten Raum, in dem ein Tischkicker steht, viele Sofas und natürlich Playstations. Und eine Dartscheibe. Hier stellt sich Skispringer Andreas Wellinger wohl ganz geschickt an. "Ich habe schon öfter gegen ihn verloren", schmunzelt Rießle, der es richtig gut findet, in diesem Raum die Athleten der anderen Diszplinen treffen zu können.

Für alle Athleten gibt es einen Entspannungsraum mit Tischkicker, Dartscheibe und Sofas.
Für alle Athleten gibt es einen Entspannungsraum mit Tischkicker, Dartscheibe und Sofas. | Bild: Schwarz, Florian

Rund 200 Tage im Jahr verbringt Fabian Rießle in Hotels. Das kann auf Dauer trist werden. Am wettkampfreien Tag hat er die Gelegenheit genutzt, sich mit seinen Eltern zu treffen, die auch in Seefeld sind. Seine Goldmedaille dagegen hat er am Sonntagabend recht zurückhaltend gefeiert. "Es war ein langer Tag, wir waren alle recht kaputt. Wir haben nur kurz im Hotel angestoßen", sagt der 28-Jährige. Wie es sich anfühlt, ständig im Hotel zu leben, erzählt er im Video:

Video: Scheinhof, Marco

In einem Nebengebäude des Hotels haben die DSV-Verantwortlichen einen Kraftraum für die Sportler eingerichtet. Mit allen Geräten, die die Sportler für die Vorbereitung auf die Wettkämpfe brauchen. Auch Fabian Rießle ist dort oft zu finden. Um sich fitzumachen für die anstehenden Aufgaben. Für ihn geht es am Donnerstag weiter – vielleicht mit der nächsten Medaille?

Fabian Rießle zeigt auf den Gebäudtrakt, in dem der Fitnessraum untergebracht ist.
Fabian Rießle zeigt auf den Gebäudetrakt, in dem der Fitnessraum untergebracht ist. | Bild: Scheinhof, Marco

 

Für den SÜDKURIER berichtet Marco Scheinhof von der WM in Seefeld.
Für den SÜDKURIER berichtet Marco Scheinhof von der WM in Seefeld.