Sebastian Vettel schläft nicht wie viele andere Fahrer am Hockenheimring im Hotel. Er hat ebenso wie sein Vater Norbert ein Wohnmobil direkt am Rand der Strecke. Von dort kommt er täglich zwischen neun und zehn Uhr mit dem Auto, Motorroller oder Fahrrad an den Ring gefahren zum Eingang ins Fahrerlager.

Dort muss er wie jeder Besucher seinen Ausweis an ein Drehkreuz halten. Das öffnet sich mit einem lauten Piepen, dann kann er geradewegs zu seinem Team laufen.

Der Eingang ins Fahrerlager.
Der Eingang ins Fahrerlager. | Bild: Scheinhof, Marco

 

Vom Eingang ins Fahrerlager sind es etwa 300 bis 400 Meter, bis er bei der Behausung von Ferrari angekommen ist. Der Standplatz im Fahrerlager richtet sich immer nach der letztjährigen Platzierung in der WM-Wertung.

Ganz vorne steht das Weltmeisterteam Mercedes, direkt daneben Ferrari. Zwei Palmen umrahmen den Eingang ins mobile Haus, eine elektrische Türe lässt die Besucher rein – aber nur eingeladene Gäste. Auf drei Stockwerken sind das Team, die Fahrer und Gäste untergebracht. Sebastian Vettel hat hier einen kleinen Raum für sich. Mit Liege und einem Fernseher, aber ohne großen Luxus. Hier lässt er sich massieren oder lenkt sich vom Trubel draußen ab.

Die Türe ins Ferrari-Motorhome.
Die Türe ins Ferrari-Motorhome. | Bild: Scheinhof, Marco

Nur wenige Meter sind es vom Ferrari-Motorhome bis zu den mobilen Büros an der Strecke. Hier sind die Ingenieure untergebracht, hier finden alle Besprechungen statt. Teamsitzungen, Meetings mit den Ingenieuren, Absprachen über die Technik und Abstimmung der Autos. Und natürlich die Analyse nach Training und Qualifikation.

Der kurze Weg zu den Ingenieuren.
Der kurze Weg zu den Ingenieuren. | Bild: Scheinhof, Marco

Durch eine schmale Tür geht es zu den Büros. Im Zwischenraum zwischen den beiden Bürkomplexen werden die Reifen gelagert und direkt nach dem Training, der Qualifikation und dem Rennen von den Mitarbeitern des Reifenherstellers Pirelli untersucht.

Die Schiebetür zu den Büros.
Die Schiebetür zu den Büros. | Bild: Scheinhof, Marco

Kommt Vettel aus den Gesprächen mit den Ingenieuren, muss er nur wenige Meter bis zum Eingang der Teamgarage laufen. Über der Türe hängt das Ferrari-Logo, ein kurzer Gang, an dessen Wand die Kopfhörer untergebracht sind, führt direkt in die Garage. Hier dürfen kaum Besucher rein. Direkt nach der Garage beginnt die Boxengasse. In der Garage werden die Autos vorbereitet, Vettel kann hier auf den Monitoren alle wichtigen Daten ablesen. Dann geht es ins Auto.

Der Gang in Richtung Box.
Der Gang in Richtung Box. | Bild: Scheinhof, Marco

Durch den gleichen Gang kommt Vettel nach seinen Fahrten auch wieder heraus. Seinen Helm hat er bereits vorher seinem Betreuer Antti Kontsas in die Hände gedrückt. Nach einer ersten kurzen Rücksprache mit den Ingenieuren geht er geradewegs zu seinem nächsten Termin.

Sebastian Vettel nach dem Training.
Sebastian Vettel nach dem Training. | Bild: Scheinhof, Marco

Eine große Menge Reporter wartet schon auf Sebastian Vettel. Gerade beim Deutschlandrennen ist der viermalige Weltmeister natürlich ein gefragter Mann. Zunächst muss er auf englisch den Fernsehreportern aus aller Welt antworten, am Ende geht es zu Felix Görner vom deutschen Privatsender RTL. Immer an Vettels Seite bei solchen Terminen ist seine Sprecherin Britta Röske.

 

Sebastian Vettel bei den Interviews.
Sebastian Vettel bei den Interviews. | Bild: Scheinhof, Marco

Mit den Fernsehkameras aber ist es für Sebastian Vettel noch längst nicht getan. Nach Qualifikation und Rennen müssen die besten drei Fahrer zur öffentlichen Pressekonferenz. Am Hockenheimring ist die im Turm des Baden-Württemberg-Centers untergebracht. Zunächst spricht Vettel auch hier auf englisch, ehe er ein paar Worte auf deutsch an seine Fans richten kann.

Sebastian Vettel bei der Pressekonferenz.
Sebastian Vettel bei der Pressekonferenz. | Bild: Scheinhof, Marco

Seine Fans sind derweil zu großen Teilen auf den Campingplätzen rund um die Strecke untergekommen. Dort campen sie vier Tage. Viele haben viel Aufwand betrieben, um die Zelte in einem schönen Bild erstrahlen zu lassen. Auch noch zahlreich vertreten: Michael-Schumacher-Fans von früher.

Die Ferrari-Fans auf dem Zeltplatz.
Die Ferrari-Fans auf dem Zeltplatz. | Bild: Scheinhof, Marco

Neben Vettel- und Ferrari-Fans sind auch viele Formel-1-Anhänger aus Holland an den Hockenheimring gekommen. Ihre orangene Kleidung sticht überall heraus. Sie drücken ihrem neuen Volkshelden Max Verstappen die Daumen, nachdem die Fußballer zuletzt nur für Enttäuschungen gesorgt hatten.

Die Fans von Max Verstappen.
Die Fans von Max Verstappen. | Bild: Scheinhof, Marco

Der Sonntag endet für Sebastian Vettel mit einer Enttäuschung - Unfall auf regennasser Fahrbahn, Aus nach 52 Runden. Als das Rennen noch läuft, ist Vettel schon im Fahrerlager unterwegs. Er hat sich schnell im Ferrari-Motorhome umgezogen, 20 Minuten hat er dafür gebraucht. Auch sein Bruder Fabian hat kurz bei ihm vorbeigeschaut.

Sebastian Vettel kurz nach dem Rennen.
Sebastian Vettel kurz nach dem Rennen. | Bild: Scheinhof, Marco

Es ist die letzte öffentliche Tat des Tages. Sebastian Vettel muss vor den Fernsehkameras erklären, wie es zu dem Unfall gekommen ist. Und wie er mit dieser Enttäuschung umgeht. Danach geht es zurück ins Ferrari-Motorhome und von da schnell nach Hause in die Schweiz.

Sebastian Vettel vor den Fernsehkameras nach dem Rennen.
Sebastian Vettel vor den Fernsehkameras nach dem Rennen. | Bild: Scheinhof, Marco