Vielleicht hatten die beiden jungen Männer Hummeln im Hintern, vielleicht wollten sie aber auch tatsächlich jemandem mit dem nackten Po ins Gesicht springen. Wahrscheinlich lag es aber lediglich am Konsum vergorener Getränke, dass sie am Straßenrand die Hosen herunterließen. Auf jeden Fall machte das Duo auf der neunten Etappe der Tour de France von St-Etienne nach Brioude deutlich, dass nicht alles, was zwei Backen hat, auch ein Gesicht ist. Gerade sauste das Fahrerfeld an den Zuschauern und damit auch an den beiden blanken Musculus gluteus maximus vorbei, wie der Lateiner sagen würde, als dem italienischen Sprinter Sonny Colbrelli vom Bahrain-Merida-Team die Hand ausrutsche.

Poklatscher, Schinkendatschi, Hinternklapps – wie auch immer man die Aktion nennen möchte, sie tat auf jeden Fall weh, denn der be- und getroffene Fan postete in den Sozialen Netzwerken später ein Bild, das deutlich den roten Abdruck einer Hand auf seinem Back-End zeigte, wie es ein Informatiker ausdrücken könnte! Wir sagen: Chapeau, Sonny, gut getroffen! Manchmal ist ein Tritt in den Allerwertesten angebracht, auch wenn er mit der Hand ausgeführt wird. So, jetzt aber noch ganz ohne Humor: Gerade wenn es in den kommenden zwei Wochen auf den hohen Gebirgspässen eng zugeht, sind Fahrer und unbeteiligte Zuschauer sicherlich über jeden Quadratzentimeter Stoff dankbar, der die eigentlich zum Sitzen vorgesehenen Regionen bedeckt. Es reicht schließlich, wenn man weiß, dass man einen Arsch in der Hose hat.

Man muss ihn nicht auch noch zeigen.