Neue Saison, alter Ärger. Bereits am ersten Spieltag sorgt der Videobeweis wieder für Ärger, vor allem in München und Wolfsburg. Kritisiert wird übrigens nicht nur, ob die Entscheidungen richtig oder falsch sind, es geht auch noch immer darum, wann die Video-Assistenten in Köln eingreifen sollen und wann nicht. Es ist schon bemerkenswert, dass nach den vielen Diskussionen und Pannen in der vergangenen Saison den Schiedsrichtern und ihren Helfern noch immer kein klares Regelwerk vorliegt beziehungsweise angewendet wird. Mal lässt Köln Szenen überprüfen, mal nicht. Ein klares Konzept suchten neutrale Zuschauer am Wochenende vergeblich. Auffällig ist auch, dass die Kollegen in der Zentrale kaum mehr bei der Entscheidungsfindung unterstützen, sondern vielmehr den Schiedsrichter auffordern, sich selbst noch einmal die Bilder anzusehen. Wofür benötigt man da aber noch einen Assistenten? Am ersten Spieltag war manchem Schiedsrichter deutlich anzumerken, dass die Nerven schnell blank lagen. Lieber einmal zu viel nachschauen, als zu wenig. Eine souveräne Spielführung ist so aber doch gar nicht mehr möglich. Warum aber klappt in der Bundesliga nicht, was bei der Weltmeisterschaft reibungslos funktionierte? Sollten wir über einen Schiedsrichter-Austausch mit Uruguay oder Saudi-Arabien nachdenken? Nein, natürlich nicht, aber Tatsache ist, dass im Gegensatz zur WM, wo nach offizieller Zählweise nicht einmal in jedem dritten Spiel der Videobeweis zum Einsatz kam, das Verhältnis in der Bundesliga gefühlt umgekehrt ist: mindestens drei Video-Unterbrechungen gibt es pro Spiel. Und warum eine Partie unterbrochen wird, ist für den Fan im Stadion noch immer unklar. Videos können aus technischen Gründen nicht abgespielt werden. Das mag man kaum glauben. Bleibt nur die Empfehlung nach Köln: weniger wäre mehr.