Am 19. Mai 2019 feierte der „RasenBallsport Leipzig e. V.“ sein zehnjähriges Jubiläum – eine relativ kurze Zeit im Vergleich zu den anderen Bundesliga-Vereinen, von denen es die meisten schon über 100 Jahre gibt. Dass der Klub wenige Jahre nach der Gründung bereits zur Top-Riege der Bundesliga gehört, liegt nicht zuletzt an Dietrich Mateschitz und seiner Red Bull GmbH, auf dessen Initiative der Verein erst gegründet worden war. Nachdem man bei Red Bull bereits erfolgreich Vereine in Österreich und in den USA übernehmen konnte, sollte ab 2009 auch der deutsche Fußballmarkt erschlossen werden. Neben Red Bull Salzburg und den New York Red Bulls sollte nun also „Red Bull Leipzig“ das neue Aushängeschild des Energydrink-Herstellers werden. Da aber Namensgebungen zu Werbezwecken laut Satzung des DFB verboten sind, wurde der Name „RasenBallsport Leipzig“ gewählt, um zumindest die Initialen RB beizubehalten.

RB Leipzig übernahm zur Saison 2009/10 nicht nur das Startrecht in der Oberliga Nordost vom SSV Markranstädt, sondern auch die ersten drei Herrenmannschaften. In der ersten Saison der Vereinsgeschichte holte sich RB direkt die Meisterschaft in der Oberliga Nordost und damit den direkten Aufstieg in die Regionalliga. Trotzdem entließ der neue Vorstandsvorsitzende und Präsident Dietmar Beiersdorfer den Trainerstab sowie den Sportdirektor. Auch Spielerverträge wurden nicht verlängert, stattdessen einige Kicker von namhaften Vereinen verpflichtet. Das alles geschah wohl auf Initiative von Red Bull-Chef Mateschitz, der den Fokus seines Unternehmens jetzt auf RB Leipzig legen wollte.

Nach mehreren Personalwechseln und drei Anläufen schaffte man 2013 unter Sportdirektor Ralf Rangnick und Trainer Alexander Zorniger den Aufstieg in die 3. Liga. Mit der Verpflichtung von Talenten wie etwa Joshua Kimmich oder Yussuf Poulsen konnte RB Leipzig das Team verstärken und die erste Drittliga-Saison gleich auf Platz zwei beenden – das war der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Die DFL, die ab der 2. Bundesliga für die Lizenzvergabe verantwortlich ist, belegte RB Leipzig zwar mit strikten Auflagen. Trotzdem konnten die „Roten Bullen“ 2014/15 zu ihrer ersten Zweitliga-Saison antreten. Der angepeilte direkte Aufstieg ins deutsche Oberhaus wurde allerdings verpasst. Dann übernahm Sportdirektor Rangnick auch den Cheftrainerposten und RB Leipzig gab mehr für Transfers aus als alle anderen 17 Zweitligisten zusammen. Was außerdem für Aufsehen sorgte: ablösefreie Transfers zwischen RB Leipzig und Red Bull Salzburg.

Im zweiten Anlauf schafften die Leipziger den Aufstieg in die Bundesliga. Auch dort gab es gute Leistungen, man qualifizierte sich zweimal für die Champions League und stand zuletzt im DFB-Pokalfinale (0:3 gegen Bayern). Von vielen Fans wegen seiner künstlichen Konstruktion angefeindet, zeigt der Verein am Ende, dass Erfolg im Fußball mit klugen Entscheidungen, gutem Personal und den nötigen finanziellen Mitteln tatsächlich planbar und – zum Jammer vieler kleiner Klubs und Fußballtraditionalisten – auch käuflich ist.

Wissenswertes über den Verein

J+P+R Mittmann


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