Alesia? Es gibt kein Alesia! Zumindest nicht, wenn man die alten Kämpen bei „Asterix und der Avernerschild“ fragt. Alesia ist der Ort der gallischen Niederlage des Arvernerhäuptlings Vercingetorix gegen Julius Cäsar. Danach galt Gallien offiziell als besiegt. Naja, fast ganz Gallien, Sie wissen schon. Aber von Alesia wollten Majestix, Alkoholix & Co. eben nichts mehr wissen. Wahrscheinlich hätte das gleiche Schicksal der Existenz-Verleumdung auch Belo Horizonte getroffen, nachdem am 8. Juli 2014 der Traum der Brasilianer vom WM-Titel hier jäh gestoppt wurde. 7:1 – oder im Stakkato-Stil: Müller, Klose, Kroos, Kroos, Khedira, Schürrle, Schürrle. Und Oscar dos Santos Emboaba Júnior – wobei Brasilien tatsächlich auch noch verloren hätte, wenn jeder Namensteil des Ehrentorschützen als ein Treffer gewertet worden wäre.

Warum des Brasilianers Belo Horizonte dennoch nicht zum Alesia der Gallier wurde? Nun, dafür ist die Hauptstadt des Bundesstaats Minas Gerais im Südosten des Landes schlichtweg zu bedeutend. In der Rangliste der wirtschaftsstärksten Metropolregionen weltweit belegt die Stadt mit dem Schönen Horizont im Namen immerhin den 156. Platz. Geteilt durch die Zahl 7 und multipliziert mit der 1 ergibt das übrigens 3,18367undsoweiter – was so unwichtig wie schön an dieser Stelle ist. Sollte den Fußballfreunden aus Argentinien im Halbfinale der Südamerikameisterschaft heute Nacht freilich ein Erfolg wie der deutschen Mannschaft vor fünf Jahren glücken, könnte Belo Horizonte doch noch von der Landkarte getilgt werden. Niederlagen gegen den Erzrivalen schmerzen noch mehr als Pleiten gegen Kicker aus Germany. Entsprechend: Alesia? Gibt es nicht! Belo Horizonte. Gibt es (noch).