Die Bundesliga ist spannend. Das ist die gute Nachricht. Doch ist sie es wirklich? Sieben Punkte liegt Borussia Dortmund seit Samstagabend vor dem FC Bayern München, Spannung sieht anders aus. Sieben Zähler sind eine Menge, erst recht, wenn Mannschaften so dominant, spielstark und selbstbewusst auftreten wie die Westfalen zur Zeit. Ein sportlicher Einbruch ist in naher Zukunft nicht zu erwarten, auch auf längere Sicht ist nicht mit einer lang andauernden Krise der Borussen zu rechnen. Von neuer Spannung zu reden, scheint daher nicht angebracht. Gut, Borussia Mönchengladbach hat sich noch zwischen die beiden Alphatiere der vergangenen Jahre geschoben und liegt nur vier Punkte hinter Dortmund. Doch dass Dieter Heckings Elf über die gesamte Spielzeit ein Kandidat für den Meistertitel ist, ist unwahrscheinlich.

Es wird auf ein Duell BVB gegen FCB hinauslaufen. Duell? Der FC Bayern hat am Samstag eine ordentliche Leistung gezeigt. Das immerhin. Die Wochen zuvor aber haben Zweifel an der Münchner Qualität gesät. Und auch die 90 Minuten vom Samstag waren in ihrer Gänze nicht dazu angetan, derzeit von einem echten Spitzenteam zu sprechen. Dafür sind einfach zu viele Akteure des FC Bayern weit von ihrer gewohnten Form entfernt. Neuer, Boateng, Hummels, Müller – sie alle tragen offfenbar zum einen noch schwer am Verarbeiten des WM-Debakels und scheinen zum anderen über ihren Leistungshöhepunkt hinaus. Die Bayern-Bosse müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, nicht vehement genug am Umbruch der Mannschaft in der Sommerpause gearbeitet zu haben. Zudem rächt sich nun der zu klein aufgestellte Kader.

Es könnte also in der Tat wieder ein langweiliger Titelkampf bevorstehen. Immerhin mit einem anderen Meister am Ende. Aber macht es das wirklich besser für die Bundesliga?