Der FC Hansa Rostock spielt als ehemaliger Bundesligist zwar „nur“ noch in der 3. Liga, ein Trauma für den VfB Stuttgart scheint der Verein trotzdem zu sein. In der vergangenen Saison nahm das traurige schwäbische Schicksal mit der 0:2-Niederlage in der ersten Runde des DFB-Pokals seinen Lauf.

Am Ende stand die Zweitklassigkeit. Nach einer überragenden Rückrunde, einer überzeugenden Vorbereitung ohne Niederlage damals und ersten zarten Träumen vom europäischen Geschäft. Unvergessen der Satz des vom Hof gejagten Sportvorstandes Michael Reschke: „Ich lege mich fest, mit dem Abstieg haben wir nichts zu tun.“

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Alles kam anders, aber damit hat der neue Trainer des VfB nichts am Hut. Obwohl er schon schmunzelnd feststellte, dass der kürzeste Weg nach Europa über den Pokal führt.

Tim Walter kann in Rostock bis auf die Langzeitverletzten alle Akteure einsetzen, auch Ex-Nationalspieler Mario Gomez und Emiliano Insua. Philipp Klement kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück. Der aus Paderborn gekommene Mittelfeldmann war in der dritten Liga an Hansa Rostock ausgeliehen. „Wir fahren nach Rostock, um zu gewinnen“, sagt Walter bestimmt.

Viermal hat der VfB im Pokal gegen Rostock gespielt, gewonnen hat der VfB nie. „Damals war die Situation eine andere, der VfB in der Bundesliga, jetzt sind wir zweitklassig.“ Mit seiner Mannschaft spricht der Trainer vor jeder Begegnung von „einem Endspiel“: „Ich sage das, weil es so ist.“

Seit 50 Tagen arbeitet Walter jetzt in Stuttgart, immer noch wirkt er angespannt. Obwohl er sich den Anschein geben will, genau das nicht zu sein: „Ich fühle mich sehr wohl, ich bin sehr gut aufgenommen worden.“ Auswärts in Rostock gewann der VfB von 16 Pflichtspielen ganze zwei, es gibt kaum noch deprimierendere Bilanzen für den Renommier-Club. Walter sagt: „Rostock ist eine defensive, kompakte Mannschaft, die einen schlechten Saisonstart hingelegt hat.“

„Ich mag den Pokal sehr gerne“, sagt der Trainer noch mit Nachdruck, „wir wollen möglichst weit kommen. Wir werden jeden Tag besser. Und wir dürfen nicht nur von großen Aufgaben reden, wir dürfen uns auch für die kleinen nicht zu schade sein, völlig egal, wir nehmen, wie es kommt“. Ob er das Spiel in Rostock für eine eher kleine Aufgabe hält, sagt er nicht. Sein offensichtlicher Ärger nach dem späten Ausgleich zum 2:2 nach der komfortablen Führung im zweiten Saisonspiel in Heidenheim sei verflogen, sagt Walter auch noch: „Wir müssen uns nicht mit Vergangenem beschäftigen, wir schauen nur in die Zukunft. Und dass wir Qualität haben, steht außer Frage.“ (dpa)