Bülent Babür, Trainer des FC Anadolu Radolfzell: „Ich habe mit Özils Entscheidung gerechnet. Angesichts der Stimmung, die unter anderem auch in sozialen Medien gegen ihn gemacht wurde, ein nachvollziehbarer Schritt. Mir fehlt allerdings in seiner Begründung die Selbstreflexion, seine Beweggründe für das gemeinsame Foto mit Erdogan hat er meiner Meinung nach nicht deutlich genug formuliert.“

Bild: Peter Pisa

Markus Knackmuß, Trainer des Landesligisten FC Furtwangen: „Es ist schlimm, dass so ein Thema nun in der Öffentlichkeit breitgetreten wird. Schwierig ist dabei, dass keiner einen Fehler zugeben wird. Es ist auch traurig, dass es überhaupt so weit kommen musste. Der DFB hätte vor der Weltmeisterschaft für klare Verhältnisse sorgen müssen. Wen Özil in seinem Herzen trägt, ist seine Sache. Aber er hätte nach dem Foto mit Erdogan gar nicht mit zur WM fahren dürfen.“

Trainer Knackmuß MarkusMarkus Knackmuß
Trainer Knackmuß MarkusMarkus Knackmuß | Bild: Joachim Klein

 

Wolfgang Heinig, Trainer DJK Villingen: "Özil hätte viel früher eine Stellungnahme abgeben müssen. Mit dem Erdogan-Bild hat er einen Riesenfehler gemacht. Das hätte schon vor der WM geklärt werden müssen. Es wurde aber gar kein richtiger Versuch gemacht. Nun hat sich in den vergangenen Wochen einiges aufgestaut. Mit seinen jetzigen Äußerungen schadet Özil nur sich selbst. Aus sportlicher Sicht gehört er für mich ohnehin nicht mehr in die Nationalmannschaft.“

Wolfgang Heinig
Wolfgang Heinig | Bild: Zschäbitz, Dietmar

 

Ralf Brombacher aus Kandern, Stellvertretender Bezirksvorsitzender des Fußball-Bezirks Hochrhein und Schiedsrichter-Obmann des Bezirks: „Mich stört, dass wieder einmal Fußball und Politik vermischt werden. Nach dieser unterirdischen Leistung bei der WM wird wieder einmal ein Schuldiger gesucht. Die Schuld liegt nicht allein an Özil. Bei ihm vermisse ich aber auch die Selbstkritik. Ich würde ihm empfehlen, sich auf das Sportliche zu konzentrieren. Der Rundumschlag gegen DFB und Medien hat der Sache sicher nicht gut getan.“

Bild: Scheibengruber, Matthias

 

Erdal Kizilay (34) aus Wutöschingen, Ex-Spieler des FC Tiengen 08 und künftig für den FC Schlüchttal aktiv: „Özil hat türkische Wurzeln und steht zu seiner Heimat, obwohl er mit Herz auch für Deutschland Fußball gespielt hat. Es sollte ihm überlassen werden, ob er sich mit Erdogan ablichten lässt oder nicht. Die Reaktion von Politik, DFB und Medien darauf war völlig überzogen und hat der Nationalelf auch geschadet. Die Art und Weise, wie vor und während der WM mit Özil umgegangen worden ist, war einfach nicht korrekt. Genauso überzogen war jetzt sicher auch Özils Reaktion.“ 

Bild: Scheibengruber, Matthias