Eine Stunde von Anpfiff kommt Dominique Heintz im Radio. Der Innenverteidiger lobt die Sportclub-Fans, weil die auch unter der Woche im Pokal das Schwarzwaldstadion füllen. In solchen Fällen heißt es ja gerne, dass die Arena bis auf den letzten Platz besetzt sei – aber auch der ist nicht frei…

Die Schützlinge von Christian Streich kommen nicht in die Partie

Und dann spricht Heintz noch von der Freiburger Motivation, es den Unionern aus der Hauptstadt heimzuzahlen. Vor zehn Tagen hatte der SCF im Bundesligaspiel an der alten Försterei in Berlin nach schwacher Leistung eine verdiente 0:2-Niederlage hinnehmen müssen.

Von Revanche sprechen ist das eine, das Notwendige dafür zu tun ist das andere. So recht kommen die Schützlinge von Christian Streich nicht in die Partie – aber hatte der Trainer nicht nach dem Sieg gegen Leipzig auf die Frage, wie er den Abend verbringen würde, auf gut Badisch gesagt: „Mir esse Supp und denn gemmer früh ins Nescht.“ Es hat anfangs den Anschein, als seien einige SC-Akteure noch nicht lange dem Bett entstiegen, jedenfalls wirken sie schläfrig.

0:0 nach Toren, 1:1 nach Gelben Karten

Nach zehn Minuten ergibt sich aus einer Standardsituation die erste Chancen für die Gastgeber. Vincenzo Grifo zirkelt einen Freistoß in den Strafraum, wo Nico Schlotterbeck am höchsten springt und den Ball gegen den Pfosten setzt.

Weitere zehn Minuten tut sich auf beiden Seiten nicht viel – bis es wieder Freistoß gibt für den Sportclub. Grifo spielt diesmal kurz in den Lauf von Janik Haberer, nach dessen Rückpass Torjäger Nils Petersen den Ball rechts neben dem Tor ins Fangnetz schmettert.

Nach Toren steht es auch nach einer halben Stunde noch 0:0, nach Gelben Karten 1:1. Erst verwarnte Schiedsrichter Robert Kampka den Berliner Marc Schmiedebach, danach den Freiburger Nico Schlotterbeck.

Ungeschoren davongekommen war zwischen diesen beiden Gelben Karten Christian Günter. Der Linksverteidiger hatte Gegenspieler Robert Andrich den Ellbogen ins Gesicht gestoßen – dafür muss es eigentlich Gelb geben und so mancher Videoassistent hat da auch schon für Rot plädiert. In der 2. Runde des Pokals aber ist der Kölner Keller unbesetzt.

Auch die zweite Halbzeit ist eine zähe Angelegenheit

Der Bundesligaaufsteiger zeigt sich selbstbewusst. Andrich prüft SC-Torwart Mark Flekken aus 30 Metern (33.), drei Minuten später bekommt die SC-Deckung Ujah nicht unter Kontrolle und dessen Flanke köpft Mees zum 0:1 ins Eck.

In die Halbzeit bekommt Union den Vorsprung aber nicht. Erst springen Koch und Petersen zwar am dritten Grifo-Freistoß vorbei, doch nach dessen Eckball wuchtet Koch die Kugel zum 1:1 ins Netz (45.+2).

Auch die zweite Halbzeit ist eine zähe Angelegenheit. Kaum Spielfluss, kaum Ideen. Wenn‘s nicht läuft, nähme man natürlich gerne auch mal einen Elfmeter zuhilfe. Gleich zweimal schreiten die Freiburger beim Unparteiischen zu Protest.

Nichts, null, nada

Erst in der 51. Minute, als Roland Sallai im Zweikampf mit Christopher Lenz zu Boden geht (51.), dann, als Nico Schlotterbeck von Marcus Ingvartsen an der Schulter gezogen wird (73.) – beide Male lässt Kampka weiterspielen, beide Male ist das in Ordnung.

Bis zur 82. Minute dauert es, um eine Chance zu notieren. Keven Schlotterbeck, vom Sportclub an Union ausgeliehen, köpft nach einem Eckball aber genau in die Arme von Flekken. Und der SC Freiburg? Nichts, null, nada. Das rächt sich.

87. Minute, Ujah legt 20 Meter vor dem Tor quer auf Andrich, und der trifft unhaltbar für Flekken zum 1:2. Zweite Minute der Nachspielzeit: Nico Schlotterbeck verliert im Dribbling den Ball, am Ende des Konters macht Christian Gentner per Lupfer das 1:3.