Als auch noch die vier Minuten Nachspielzeit überstanden waren, ließen sich Freiburgs Spieler vor der Nordtribüne feiern. Es war das versöhnliche Ende eines Abends, der Minuten vorher seinen turbulenten Höhepunkt hatte. Frankfurts David Abraham hatte SC-Trainer Christian Streich augenscheinlich in voller Absicht umgerannt – und prompt die Rote Karte gesehen. 

„Er war einfach so aufgeladen, da sind ihm halt die Sicherungen durchgebrannt, weil er das Spiel gewinnen wollte, weil er emotional war, das ist alles. (...) Ich komme nicht weg, er rennt mich halt über den Haufen.“
Christian Streich
Trainer Christian Streich von Freiburg liegt nach einem Rempler von Frankfurts Spieler Abraham an der Seitenlinie am Boden.
Trainer Christian Streich von Freiburg liegt nach einem Rempler von Frankfurts Spieler Abraham an der Seitenlinie am Boden. | Bild: Patrick Seeger
„Er ist halt ein junger Büffel. Ich bin 54.“
Christian Streich

Auch Freiburgs Vincenzo Grifo sah die Rote Karte, weil er sich im anschließenden Gewühl zu einer Tätlichkeit hatte hinreißen lassen.

Frankfurts Verteidiger David Abraham (links) kämpft mit Vincenzo Grifo.
Frankfurts Verteidiger David Abraham (links) kämpft mit Vincenzo Grifo. | Bild: Patrick Seeger

Durch die Tumulte ging der sportliche Gehalt der Partie fast in Vergessenheit. Doch mit dem nicht unverdienten 1:0-Sieg durch ein Tor von Nils Petersen (77.) schafften die Badener den sechsten dreifachen Punktgewinn in dieser Saison und gehen als Tabellenvierter in die Länderspielpause.

In einer lebhaften Anfangsphase hatte der Sportclub zunächst Feldvorteile und mehr Möglichkeiten. Grifo (7.) und Lucas Höler zwangen Eintracht-Keeper Frederik Rönnow zu Paraden. Doch es waren die Gäste, die im ersten Durchgang die beste Chance hatten. Nachdem SC-Keeper Mark Flekken, der erneut den verletzten Alexander Schwolow im Tor vertrat, einen Schuss von Martin Hinteregger nur hatte abklatschen können, kam Erik Durm an den Ball und drosch den Ball an die Querlatte (12.).

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Mitte der ersten Halbzeit revidierte Schiedsrichter Felix Brych dann nach Videostudium einen Elfmeterpfiff für die Eintracht. Gonçalo Paciência war nach einem Zweikampf zu Fall gekommen (29.) – allerdings, weil er in den Rasen getreten hatte.

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Erhitzte Stimmung

Dass es auch tabellarisch um einiges ging, merkte man auch an der Intensität der Zweikämpfe, die Brych immer wieder zum Eingreifen zwangen. Torchancen gab es nur nicht mehr viele: Hinteregger zwang Flekken zu einer Parade (35.), ehe dann kurz vor dem Seitenwechsel der Mann vom Platz musste, der im ersten Durchgang in negativer Hinsicht Frankfurts auffälligster Spieler gewesen war.

Gelson Fernandes, der zuvor nach einem taktischen Foul bereits verwarnt worden war und sich einige weitere Fouls geleistet hatte, brachte Jonathan Schmid zu Fall und wurde vom Platz gestellt. Es war der erste von drei Platzverweisen dieser Partie. Der Schweizer Nationalspieler hatte selbst einmal in Freiburg gespielt und wirkte übermotiviert.

Im zweiten Durchgang spielte Frankfurt mit nur noch zehn Mann etwas abwartender. Trainer Adi Hütter hatte mit Paciência die zweite Spitze herausgenommen. So schaffte es die Eintracht lange Zeit, Freiburg von der Gefahrenzone fernzuhalten. Ein etwas verunglückter Kopfball des starken Roland Sallai (50.) blieb lange Zeit der einzige erwähnenswerte Freiburger Tor­abschluss. Besser machte es Nils Petersen, der in der 77. Minute eine Hereingabe von Christian Günter ins lange Eck schob und sein sechstes Saisontor erzielte.

Kurz darauf zwang Günter Keeper Rönnow zu einer Flugeinlage (82.) – auf der anderen Seite musste Flekken zweimal gegen Durm (80.) und bei einem Hinteregger-Kopfball (84.) den Sieg festhalten, ehe Abraham und Grifo die Nerven verloren.