Dauerregen mit über 90 Litern auf den Quadratmeter, dazu milde Temperaturen und stürmischer Wind. Das war des Schlechten zu viel für die Präparation der großen Hochfirstschanze. Schweren Herzens mussten die Neustädter Organisatoren am frühen Dienstagnachmittag passen. Der für das Wochenende vom 7. bis zum 9. Dezember terminierte Jubiläums-Weltcup (10. Auflage) in Titisee-Neustadt, bei dem erstmals auch die Frauen beim Sprung von der großen Hochfirstschanze hätten dabei sein sollen, musste witterungsbedingt abgesagt werden. Auch das große Gewinnspiel des SÜDKURIER, das zwei Lesern exklusive Einblicke hinter die Kulissen geboten hätte, muss somit leider ausfallen. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Im Stundentakt hatten wir heute Telefonkonferenzen mit dem Deutschen Skiverband (DSV) und dem Internationalen Skiverband (FIS)“, erklärte ein trauriger Generalsekretär. Noch am Montagabend hatte sich Joachim Häfker bezüglich der Durchführung bei einem Studiobesuch im SWR-Fernsehen zuversichtlich gezeigt. Aber der warme Dauerregen in der Nacht zum Dienstag hat der Sprunganlage derart zugesetzt, „dass sich im Übergang richtige Seenplatten gebildet haben“. Da auch die Wetterprognosen der Wetterfrösche bis zum Samstag für den Hochschwarzwald milde Temperaturen von über zehn Grad Celsius prognostizieren, war eine Absage nicht zu verhindern.

Bereits am Freitag vergangener Woche hatte das ehrenamtliche Schanzenteam mit den Wetterkapriolen zu kämpfen, als auf einer Fläche von etwa 400 Quadratmetern der frisch aufgebrachte Schnee aus dem Aufsprunghügel abgerutscht war. Trotzdem gab sich das Organisationskomitee um den umtriebigen Generalsekretär zunächst kämpferisch. Denn der übersommerte und im „Hochfirstgletscher“ konservierte Altschnee hätte ausgereicht, um die größte Naturschanze Deutschlands erneut mit Schnee zu belegen – die extrem milde Witterung machte den unermüdlichen Helfern dann am Dienstag doch einen Strich durch die Rechnung.

Immerhin: Die frühe Absage ermöglichte es den Mannschaften und Offiziellen, den Reiseantritt in den Hochschwarzwald zu ersparen. Ob und wann es einen Ersatztermin für die Springen Titisee-Neustadt gibt, vermochte Joachim Häfker am Dienstag noch nicht zu sagen. Der Generalsekretär beschäftigte sich nun erst einmal mit der umfangreichen Rückabwicklung des Events. Und die einheimische Springerin Ramona Straub, zuletzt Zweite beim Weltcup in Lillehammer, muss weiter auf die Weltcuppremiere auf der Hochfirstschanze warten.