Heute geht es um Anleihen (siehe Texte rechts), also bleiben wir auch im Anpfiff wirtschaftlich. Denn während früher mancher Kicker bei einem Fonds an eine Fleischklößchensuppe dachte (Franz Beckenbauer: „Kraft in den Teller, Knorr auf den Tisch“), kann man heutigen Profis Einlagen schon lange nicht mehr als Schuhsohlen verkaufen. Und dass dieser Dow Jones kein Neuzugang aus den USA ist, hat sich inzwischen auch herumgesprochen. Nein, die Kicker zieht es im 21. Jahrhundert dorthin, wo einst keiner hinwollte: zur Bank! Stefan Effenberg etwa, der Tiger, der früher nichts gegen Abschläge hatte, wenngleich er sie meist dem Oliver Kahn überließ, hat einen neuen Job als Angestellter bei einer Volks- und Raiffeisenbank im Südwesten Thüringens. Der 50-Jährige, längst kein Aktiva mehr, arbeitet dort seit Herbst im Firmenkundengeschäft, wie die VR Bank Bad Salzungen Schmalkalden mitteilte. Es geht laut Effenberg „um Finanzierung und Zwischenfinanzierung von Transfers oder beispielsweise einem Stadionumbau“. Mit seiner Erfahrung und seinen Kontakten wolle er helfen. Effenberg arbeite im Bereich der Fußballfinanzierung als Kundenberater, erklärte die Bank. Nach Angaben eines Sprechers gab es schon seit Längerem einen „gedanklichen Austausch“ zwischen dem ehemaligen Fußballnationalspieler und dem Geldhaus. Damit dem Effe das Geld nicht geht aus? Ach, es sei ihm doch gegönnt. Es gibt ja schließlich nichts Schlimmeres als Ex-Kicker, die nichts mit sich nach der Karriere anfangen können. Und die Trainerkarriere verlief bei Effenberg – sagen wir einfach mal, dass sich diese Aktie nicht so sonderlich gut entwickelt hat.