Es war ein kurzes Mittagessen, das sich der Tross des SC Freiburg gestern in Sotogrande zum Abschluss des Trainingslagers genehmigte. „Die Tage hier waren intensiv und haben Spaß gemacht“, sagte Kapitän Mike Frantz. „Aber jetzt freuen wir uns auf zu Hause. Und noch mehr darauf, dass die Rückrunde bald wieder anfängt.“ Am Samstag hatte Christian Streich bereits ein zufriedenes Fazit nach den beiden Testspielen gegen den gleichen Gegner gezogen. „Die Spielanlage war gut, wir haben immer probiert Fußball zu spielen“, sagte der SC-Trainer nach dem Doppel-Test gegen den FSV Mainz 05, bei dem beide Mannschaften komplett unterschiedliche Startformationen aufboten.

Bei den jeweils mit 2:2 beendeten Spielen (Tore: Dominique Heintz, Florian Niederlechner, Lucas Höler, Lukas Kübler) gegen die Rheinhessen störte Streich dabei vor allem die Torfolge: In beiden Spielen war der Sportclub jeweils mit 0:2 in Rückstand geraten. Mehr als zufrieden war er hingegen mit Mittelfeldmann Amir Abrashi, der nach seinem Kreuzbandriss wieder voll belastbar ist und gegen Mainz zu den Besten seines Teams gehörte. Auf der Sechserposition, auf der es nach der Verletzung von Nicolas „Chico“ Höfler Handlungsbedarf gibt, ist der Schweizer eine willkommene Alternative.

In den acht Trainingseinheiten hatte der Freiburger Tross immer wieder Standardsituationen trainiert. „Wir haben in der Hinrunde zu viele Gegentore nach ruhenden Bällen bekommen“, weiß Streich, der am Freitag eine schlechte Nachricht hinnehmen musste: Christian Günter, Stammspieler auf der Linksverteidigerposition, musste mit muskulären Problemen die Rückreise ins Badische antreten. Ein Einsatz im ersten Rückrundenspiel bei Eintracht Frankfurt scheint fraglich.

Einer, auf den Streich sich in der Hinrunde genauso verlassen konnte wie auf Günter, war Manuel Gulde, der alle 17 Liga-Spiele von Beginn an mitmachte. „Ausgerechnet gegen unsere direkten Konkurrenten Mainz, Augsburg und Düsseldorf haben wir in der Hinrunde unnötig Punkte verloren“, sagt der 27-Jährige, der auch schon in Karlsruhe und Hoffenheim aktiv war. „Das wollen wir in der Rückrunde besser machen.“ Dass man mit 21 Zählern „nicht den ganz großen Druck habe“, entspanne die Stimmung im Trainingslager zusätzlich. „Die Atmosphäre ist aber sowieso gut, dafür sorgen schon die Spaßmacher im Team“, sagt Gulde, der hier vor allem Marco Terrazzino – ebenfalls ein ehemaliger Spieler des KSC und von Hoffenheim nennt. „Terra“ hatte auch die Gesellschaftsspiele mitgebracht, die abends für Zerstreuung sorgten. Zumindest bei den Spielern, die lieber „Uno“ oder „Bluff“ spielen, als sich im Zimmer die Handball-WM anzugucken.

Gut aufgenommen wurde auch Rückkehrer Vincenzo Grifo, der bei Borussia Mönchengladbach und 1899 Hoffenheim in eineinhalb Jahren nur auf etwas über 1000 Minuten Spielzeit kam und sich nach eigenem Bekunden wieder „wie zu Hause“ fühlt. „Vince war gleich wieder voll da “, berichtet Kollege Gulde. „Er freut sich auf viele Einsatzzeiten, auch wenn er weiß, dass es da keine Erbhöfe gibt.“