Die Eskimos haben bekanntlich ja über 100 Wörter für Schnee. Sagt man zumindest, stimmt eigentlich aber überhaupt nicht. Als wissenschaftlich erwiesen kann ab sofort dagegen gelten, dass die deutsche Sprache nicht weniger als 185 Verben für das Schießen eines Fußballes parat hält. Das haben zumindest Forscher der Technischen Universität Berlin so herausgefunden. Eine wahrlich weltmeisterliche Auswahl. Unter anderem auf der Liste: flanken, lupfen, chippen, wuchten, pfeffern, pflücken, ledern, schrauben, bolzen, schaufeln oder flippern.

Die Sprachforscher tasteten sich auch an die absoluten Ränder der Wort-Kreativität heran. In der Liste tauchen unter anderem auch das allseits bekannte und beliebte „Buttercremen“ eines Balles auf, das wohl eher in niedrigen Spielklassen verbreitete „Graniten“ und – natürlich – das selbsterklärende „Pomadieren“. Die Krönung: Das „Vandervaarten“, in Anlehnung an den einstigen HSV-Spielmacher Rafael van der Vaart. Der ist bei der WM natürlich nicht dabei, ist ja Holländer. Deswegen ist es ab Sonntag also die Aufgabe unserer DFB-Jungs, die deutschen Schuss-Verben 186 und folgende zu prägen.

Schön wäre es zum Beispiel gleich im ersten Spiel gegen Mexiko, wenn unser Abwehrchef eine Flanke mit seinem Kopf brummend ins Tor hummelt. Oder wenn unser endlich mal fitter Außenspieler gegen die Schweden einen Ball vom Strafraumeck aus sauber reinreust. Dass unser Mann für die linke Abwehrseite in der K.o.-Runde einfach mal schnörkellos einen hectort. Und wenn uns schon keiner im Finale die Kugel eingötzt, keiner absanét und keiner wegnilst, dass uns dann halt, in ganz altbewährter Fußballsprache, der Thomas zum Titel müllert.