Ramona, die Ränge sechs, zwölf und zwei – wie zufrieden sind Sie mit dem stressigen Auftakt des WM-Winters in Lillehammer?

Es lief alles besser als gedacht. Anfangs war alles wegen des Windes sehr schwierig. Diese Ergebnisse habe ich nicht erwartet. Da musste man froh sein, dass man das Ergebnis geschafft hat.

Bereits im ersten Wettkampf die WM-Norm erfüllt, da können Sie den weiteren Aufgaben im Weltcup ja entspannt entgegenblicken?

Ja schon, aber es gibt noch ein paar Sachen zu tun. Jetzt freue ich mich erst einmal auf Neustadt, und es ist gut zu wissen, dass es auch auf einer großen Schanze für mich gutgehen kann.

Sie sind sehr selbstkritisch. Wo gibt es noch Baustellen?

Ich habe schon noch einige Defizite in einigen Abschnitten beim Sprung. Gerade die Landung ist bei mir immer noch ein Problem.

Das Frauenskispringen hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Nun geht es in diesem Winter zusammen mit den Skispringern mehrmals auf die Großschanzen.

Ich freue mich total. Es macht deutlich mehr Spaß auf den großen Anlagen. Skispringen von der Großschanze lässt sich auch schöner anschauen.

Bundestrainer Andreas Bauer sieht keine Schwierigkeiten bei der Umstellung von der Normal- auf die Großschanze. Wie sehen Sie das?

Grundsätzlich kann man festhalten, dass die Dinge, die auf der Normalschanze funktionieren, auch auf der Großschanze gehen. Auf der kleinen Schanze werden einem die Defizite noch deutlicher aufgezeigt. Man kann auf einer großen Schanze viel mehr arbeiten, etwas für das Fluggefühl tun.

Sind Sie schon einmal auf der Hochfirstschanze gesprungen?

Ich bin noch nie auf der Hochfirstschanze gesprungen. Wir hatten ja keine Wettkämpfe auf Großschanzen, außerdem ist Neustadt keine Sommertrainingsanlage. In den letzten Jahren waren wir meistens anderswo unterwegs oder die Schanze witterungsbedingt nicht sprungbereit. Ich bin persönlich sehr gespannt und freue mich einfach sehr.

Der Heimwettkampf auf der größten Naturschanze Deutschlands – ist dies Herausforderung, Vorteil, Belastung?

Ich glaube, es ist ein Vorteil, obwohl ich noch gar nicht weiß, wie die Schanze zu mir passt. Skispringen zu Hause, das hat die jüngste Vergangenheit gezeigt (Rang vier im Weltcup von Hinterzarten und Platz drei beim Sommer-Grand-Prix; die Red.), das ist kein Nachteil.

In Titisee-Neustadt kennt man Sie natürlich. Da werden Sie sicher kräftige Unterstützung durch Ihre Familie und Freunde haben?

Die Wettkampfzeit liegt etwas ungünstig (Samstag, Qualifikation ab 13.00 Uhr; Sonntag, Probesprung ab 9.00 Uhr, Wettkampf ab 10.00 Uhr; die Red.). Deshalb glaube ich nicht, dass allzu viele Leute da sein werden. Aber da lasse ich mich auch gerne überraschen.

Nach vielen Verletzungen ist Ihnen im Olympiawinter der Sprung in die Weltspitze gelungen. Beim Sommer-Grand-Prix in Hinterzarten standen Sie auf dem Podest, nun mit Rang zwei erstmals im Weltcup auf dem Podium. Heimtrainer Rolf Schilli sagt, da gehe noch mehr.

(lacht herzhaft) Das sagt er immer. Es war eine gute Entscheidung von mir und für mich, dass ich wieder im Schwarzwald trainieren kann. Das hat mir sehr viel Auftrieb gegeben. Bis zur Weltmeisterschaft in Seefeld (19. Februar bis 3. März 2019; die Red.) ist es noch eine Weile hin. Wenn ich dabei bin, weiß ich aber, dass mir die Schanze liegt.

Fragen: Joachim Hahne