Die Wild Wings sind auch in dieser Saison zu Hause keine Macht. Beim 3:5 (1:3, 2:1, 0:1) gegen die Nürnberg Ice Tigers kassierten die Schwenninger am Sonntagabend vor 2713 Zuschauern (vorläufiger Minusrekord) die vierte Niederlage im fünften Heimspiel. Damit bleiben die Neckarstädter Schlusslicht in den Deutschen Eishockey Liga und gehen schweren Wochen entgegen. „Wir sind von unserem System abgewichen und zehn Minuten lang in Panik geraten. Deshalb haben wir das Spiel verloren“, kommentierte Schwenningens Trainer Paul Thompson die Pleite.

Die Schwenninger begannen mit Ilya Shariopov zwischen den Pfosten, was durchaus als Überraschung gelten darf, auch wenn die Nummer eins, Dustin Strahlmeier, bei der 0:5-Packung in Straubing seiner Abwehr keine Stabilität zu verleihen mochte. Womöglich wollte Thompson mit dieser Rochade ein Zeichen setzen.

Besserung stellte sich zumindest im ersten Drittel gegen Nürnberg allerdings nicht ein. Zwar brachte Mike Blunden in Minute zwölf seine Farben mit einem trockenen Schuss in den Winkel in Führung, doch die kalte Dusche folgte prompt. Nur 28 Sekunden später erzielte Oliver Mebus den Ausgleich. Vorausgegangen war ein kapitaler Wechselfehler der Wild Wings. Beim 1:2 (16.) sah Sharipov nicht gut aus. Der 24-jährige Keeper ließ einen Schuss von Christopher Summers direkt zu Kevin Schulze prallen, der den Puck im Schwenninger Tor versenkte. Beim dritten Streich der Franken kam auch noch Pech hinzu. Einen Querpass von Nürnbergs Stürmer Brandon Buck lenkte SERC-Verteidiger Benedikt Brückner ins eigene Tor. 1:3, die Icetigers hatten die Partie innerhalb von nicht einmal sechs Minuten gedreht.

Im zweiten Abschnitt schien sich ein Desaster anzubahnen. Als Brandon Buck mit einem Überzahl-Treffer zum 1:4 (28.) sein zweites Tor an diesem Abend markierte, waren die Wild Wings am Boden. Nichts wollte mehr gelingen – bis, ja bis Mark Fraser nach einer zweifelhaften Strafzeit der Kragen platzte. Der SERC-Kapitän knöpfte sich Will Acton vor und vermöbelte den Ex-Schwenninger nach Strich und Faden. Zwar kassierten beide Spieler zwei plus zwei plus zehn Minuten, doch für die Neckarstädter wirkte dieses Intermezzo wie eine Hallo-Wach-Pille. Nun verloren die Nürnberger die Orientierung und ließen den Gegner wieder ins Spiel kommen. Pat Cannone nutzte die Gunst des Augenblicks und brachte die Hausherren binnen 135 Sekunden bis auf ein Tor heran. Sehenswert sein Treffer in Unterzahl (37.) und von unbändigem Willen geprägt das 3:4 (40). Das Spiel war plötzlich wieder offen.

Im Schlussdrittel hatten die Wild Wings dreimal Gelegenheit, ihr Powerplay aufzuziehen. Doch ihre vermeintlich gefährlichste Waffe blieb diesmal stumpf. Auch bei der Schlussoffensive, als Sharipov das Eis zugunsten eines sechsten Feldspielers verließ, wollte der Ausgleich nicht mehr gelingen. Im Gegenteil: Austin Cangelosi markierte 22 Sekunden vor Schluss mit einem Schuss ins leere Tor den 3:5-Endstand.