Als auch noch die vier Minuten Nachspielzeit überstanden waren, ließen sich Freiburgs Spieler vor der Nordtribüne feiern. Es war das versöhnliche Ende eines Abends, der Minuten vorher seinen turbulenten Höhepunkt hatte. Frankfurts David Abraham hatte SC.-Trainer Christian Streich in der Nachspielzeit augenscheinlich in voller Absicht umgerannt – und prompt die Rote Karte gesehen. Auch Freiburgs Vincenzo Grifo sah die Rote Karte, weil er sich im anschließenden Gewühl zu einer Tätlichkeit hatte hinreißen lassen.

David Abraham (l) und Vincenzo Grifo geraten aneinander.
David Abraham (l) und Vincenzo Grifo geraten aneinander. | Bild: Patrick Seeger, dpa

Durch die Tumulte ging der sportliche Gehalt der Partie fast in Vergessenheit. Doch mit dem nicht unverdienten 1:0-Sieg durch ein Tor von Nils Petersen (77.) schafften die Badener den sechsten dreifachen Punktgewinn in dieser Saison und gehen als Tabellen-Vierter in die Länderspielpause.

In einer lebhaften Anfangsphase, in der beide Seiten drängten, hatte der Sportclub zunächst Feldvorteile und mehr Möglichkeiten. Grifo (7.) und Lucas Höler zwangen Eintracht-Keeper Frederik Rönnow zu Paraden. Doch es waren die Gäste, die im ersten Durchgang die beste Chance aus dem Spiel heraus hatten. Nachdem SC-Keeper Mark Flekken, der erneut den verletzten Alexander Schwolow im Tor vertrat, einen Schuss von Martin Hinteregger nur hatte abklatschen können, kam Erik Durm an den Ball und drosch den Ball an die Querlatte (12.).

Mitte der ersten Halbzeit revidierte Schiedsrichter Felix Brych dann nach Konsultation der Videobilder einen Elfmeterpfiff für die Eintracht. Gonçalo Paciência war nach einem Zweikampf mit Jonathan Schmid zu Fall gekommen (29.) – allerdings, weil er in den Rasen getreten hatte, wie die Fernsehbilder zeigten. Bei Anpfiff hatte die Partie den Status eines echten Spitzenspiels. Schließlich hätte sowohl dem SC als einer der Überraschungsmannschaften dieser Saison als auch Frankfurt, das am vergangenen Wochenende 5:1 gegen die Bayern gewonnen hatte, bei einem Sieg mindestens auf Platz vier vorrücken können.

Intensive Zweikämpfe

Dass es auch tabellarisch um einiges ging, merkte man auch an der Intensität der Zweikämpfe, die Brych immer wieder zum Eingreifen zwangen. Torchancen gab es allerdings nicht mehr viele: Hinteregger, Frankfurts auffälligster Defensivmann, zwang Flekken zu einer Parade (35.), ehe dann kurz vor dem Seitenwechsel der Mann vom Platz musste, der im ersten Durchgang in negativer Hinsicht Frankfurts auffälligster Spieler gewesen war. Gelson Fernandes, der zuvor nach einem taktischen Foul bereits verwarnt worden war und sich einige weitere Fouls geleistet hatte, brachte an der Seitenlinie Jonathan Schmid zu Fall und wurde von Brych vom Platz gestellt. Es war der erste von insgesamt drei Platzverweisen dieser Partie. Der Schweizer Nationalspieler hatte in der Saison 2013/2014 selbst einmal in Freiburg gespielt und wirkte von Beginn an übermotiviert.

Frankfurt in Unterzahl

Im zweiten Durchgang spielte Frankfurt mit nur noch zehn Mann etwas abwartender. Trainer Adi Hütter hatte zudem mit Gonçalo Paciência die zweite Spitze herausgenommen. So schaffte es die Eintracht lange Zeit, Freiburg von der Gefahrenzone fernzuhalten. Ein etwas verunglückter Kopfball des starken Roland Sallai (50.) blieb lange Zeit der einzige erwähnenswerte Freiburger Torabschluss. Besser machte es Nils Petersen, der in der 77. Minute eine scharfe Hereingabe von Christian Günter überlegt ins lange Eck schob und seinen sechsten Saisontreffer erzielte. Kurz darauf zwang Günter Keeper Rönnow zu einer Flugeinlage (82.) – auf der anderen Seite musste Flekken zweimal gegen Durm (80.) und bei einem Hinteregger-Kopfball (84.) den Freiburger Sieg festhalten, ehe dann Abraham und Grifo die Nerven verloren.