So richtig plopp macht es nach dem Anpfiff von Schiedsrichter Sven Jablonski freilich nicht beim Sportclub. Zwar hat Waldschmidt nach Flanke von Lucas Höler und Kopfballverlängerung von Nils Petersen früh eine gute Kopfballchance (9.), die der 23-Jährige aber nicht nutzen kann, aber das ist es dann auch an gelungenen Freiburger Offensivaktionen für die folgenden 30 Minuten.

Fans von Freiburg halten ihre Schals hoch.
Fans von Freiburg halten ihre Schals hoch. | Bild: Patrick Seeger

Jedoch können auch die zuletzt gegen Leverkusen (2:1) und im Pokal in München (3:4) bärenstarken Hoffenheimer ihr Leistungshoch nicht bestätigen. Alexander Schwolow bleibt Sieger gegen Baumgartner (21.) und Dabbur (33.), der nach einem bösen Fehler von Abrashi frei vor dem SC-Torhüter auftaucht, ansonsten kommt nichts Nennenswertes auf seinen Kasten.

Nils Petersen (l) von Freiburg und Diadie Samassekou (r) von Hoffenheim
Nils Petersen (l) von Freiburg und Diadie Samassekou (r) von Hoffenheim | Bild: Patrick Seeger

Dann die 39. Minute. Christian Günter und Höler spielen sich mit präzisem Passspiel in den Strafraum, wo Hoffenheims Verteidiger Stefan Posch gegen Günter grätscht. Das darf man wörtlich nennen, denn Posch trifft erst den Freiburger und dann den Ball. Für Schiri Jablonski, der nahe am Tatort ist, eine klare Sache: Elfmeter! Nach einem ebenso dümmlichen wie unsportlichen Störungsversuch von Dabbur, der dem Israeli Gelb einbringt, verwandelt Waldschmidt eiskalt von ihm aus gesehen links unten zum 1:0. Anzumerken wäre noch, dass vor dem Strafstoß auch Freiburgs Höler verwarnt wurde, weil er vehement auf den Störenfried Dabbur losgegangen war.

Luca Waldschmidt (l) erzielt per Elfmeter das 1:0 für Freiburg.
Luca Waldschmidt (l) erzielt per Elfmeter das 1:0 für Freiburg. | Bild: Patrick Seeger

Zwei Minuten später hätte der Sportclub nachlegen können. Über Changhoon Kwon und den blitzschnell handelnden Waldschmidt kommt der Ball in den Lauf von Abrashi, doch der albanische Nationalspieler bringt die Kugel nicht an 1899-Schlussmann Pentke vorbei. Aber ein 2:0 wäre dem Spielverlauf nach auch zu viel des Guten für die Einheimischen gewesen.

Die zweite Halbzeit beginnt wie die erste geendet hatte – mit Freiburger Attacken. Abrashis 16-Meter-Schuss lenkt Pentke zur Seite (47.), und als der Hoffenheimer Keeper nach einem Kopfball von Gulde schon geschlagen ist, rettet Skov auf der Linie (55.). Apropos Gulde: Der Verteidiger war schon in der 25. Minute für Robin koch eingewechselt worden, nachdem sich der SC-Abwehrchef bei einem Vollkaracho-Sturz in die Bande hinterm Tor am Kopf verletzt hatte und stark blutend vom Feld gebracht werden musste.

Robin Koch von Freiburg prallt gegen eine Werbebande und zieht sich eine Verletzung am Kopf zu .
Robin Koch von Freiburg prallt gegen eine Werbebande und zieht sich eine Verletzung am Kopf zu . | Bild: Patrick Seeger
Robin Koch verlässt blutend mit einer Kopfplatzwunde das Spielfeld. Links läuft Physiotherapeut Uwe Vetter und rechts Mannschaftsarzt Jochen Gruber.
Robin Koch verlässt blutend mit einer Kopfplatzwunde das Spielfeld. Links läuft Physiotherapeut Uwe Vetter und rechts Mannschaftsarzt Jochen Gruber. | Bild: Patrick Seeger

In der 62. Minute rauscht ein Kopfball von Kwon am Kasten vorbei, zwei Minuten später rettet Pentke mit ganz starker Parade gegen Waldschmidt, der einen gelungenen Freiburger Angriff über sechs Stationen mit einem platzierten Rechtsschuss abgeschlossen hatte.

Und die Hoffenheimer? Kommen endlich auch auf Touren! Flanke Kaderabek, Kopfball des für Posch eingewechselten Bebou – drüber. Dann Baumgartner von links – Pfosten. Flatterball Bebou – Schwolow mit Mühe zur Ecke. Kopfball Baumgartner – Schwolow zur Ecke. Vier Chancen für die Nordbadener innerhalb von sechs Minuten (66. bis 72.). Mit einem Mal ist die Mannschaft von Trainer Alfred Schreuder präsent. Und das Team von Christian Streich schwimmt.

Florian Grillitsch (l) von Hoffenheim und Nils Petersen (r).
Florian Grillitsch (l) von Hoffenheim und Nils Petersen (r). | Bild: Patrick Seeger

Es schwimmt, aber es geht nicht unter in dem von stürmischen Kraichgauern produzierten hohen Wellengang. Mit Haberer für Waldschmidt und Vincenzo Grifo für Kwon schickt der SC-Coach zwei frische Kräfte auf den Rasen. Entlastung bringt das kaum. Die 88. Minute: Bebou kommt aus halbrechter Position zum Abschluss, doch Schwolow dreht den scharf geschossenen Ball um den Pfosten – eine bravouröse Tat. 90 Minuten sind um. Drei Minuten Nachspielzeit. Abrashi setzt eine Sense an – Gelb. Hübner köpft – Pfosten, aber sowieso Entwarnung, denn Hoffenheims Kapitän hatte vorher gefoult. Dann fliegt der Ball durchs Mittelfeld und Schiedsrichter Jablonski führt seine Pfeife ein letztes Mal zum Mund. Abpfiff, Schluss, aus, die drei Punkte bleiben im Breisgau. Und nach zwei Niederlagen mit 0:6 Toren hat das Wort Abwärtstrend ausgedient.

Gut gemacht: Trainer Christian Streich von Freiburg hebt den Daumen.
Gut gemacht: Trainer Christian Streich von Freiburg hebt den Daumen. | Bild: Patrick Seeger