Video: Marco Scheinhof

Filmaufnahmen sind im Olympischen Dorf nicht mehr gestattet. Zumindest nicht mehr ohne Übertragungsrechte. Aber von außen sind sie erlaubt. Von hier habe ich einen guten Blick auf die Hochhäuser und den Eingangsbereich, der sehr an die Sicherheitskontrolle in einem Flughafen erinnert. Auch hier muss man durch Detektoren gehen.

Auf der Olympic Plaza in der Mitte des olympischen Dorfes stehen die Fahnen aller Teilnehmer. Im Hintergrund sind die Hochhäuser zu sehen, in denen die Sportler übernachten. Neun solcher Gebäude gibt es, rund 200 Millionen Dollar hat der Bau gekostet. Das Dorf bietet Platz für 2900 Menschen, erwartet werden etwa 2200.

Im Gebäude 802 ist die deutsche Mannschaft untergebracht. In den Fenstern hängen viele deutsche Fahnen. Momentan sind 22 Appartements belegt, 44 Sportler sind hier. Dass hier deutsche Sportler untergebracht sind, erkennt man leicht am schwarz-rot-goldenen "D" auf der Eingangstür. 

Vor allem die Sportler der Eissportarten sind in Gangneung untergebracht. Ihre Wettkampfstätten sind nur wenige Kilometer entfernt. So wohnen hier das deutsche Eishockeyteam, die Eisschnellläufer oder die Shorttracker. Ihre Bilder hängen an der Wand - umgeben von schwarz-rot-goldenen Fähnchen. 

Anna Seidel (links) und Bianca Walter haben extra für den Besuch von mir und meinen deutschen Sportjournalisten-Kollegen aufgeräumt und ihr Bett gemacht. An der Wand hängt die Fahne des deutschen Teams. 

Das Wohnzimmer in den Athletenwohnungen ist recht einfach gestaltet. Eine Couch, ein Tisch und eine Kleiderstange. Die beiden deutschen Shorttrackerinnen Anna Seidel und Bianca Walter haben hier ihre Sportklamotten aufgehängt. Auf dem Boden stehen ihre Schlittschuhe.

Das deutsche Team hat in Pyeongchang natürlich auch Ärzte und Physiotherapeuten dabei. Die haben in ihrem Wohnblock ein eigenes Zimmer, um die Sportler behandeln zu können. Ein wichtiger Gegenstand in diesem Zimmer: die Massageliege. 

Probeliegen im Sportlerbett. Hier habe ich es mir bequem gemacht in einem der Doppelzimmer. Die Bettwäsche ist überall gleich. Wer hier während der Spiele nächtigen wird? Vielleicht unser Alpin-Held Thomas Dreßen…

Fitness ist ein entscheidender Faktor bei Profisportlern. Und nicht nur in ihren eigenen Sportarten. Das Fitnesscenter ist daher ein stark frequentierter Treffpunkt. „Da kann es schon mal eng werden“, sagt Stefan Volknant vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Hier stehen Sportgeräte in Reih und Glied - und die ersten Benutzer haben sich auch schon eingefunden. 

Unverkennbar: Die holländische Mannschaft hat ihre eigenen Fahrräder dabei. Natürlich in orange. Damit fahren die Athleten oft durch den Ort Gangneung, um mal eben eine Kleinigkeit zu essen.

Auf einen neuen Haarschnitt braucht im Olympischen Dorf auch niemand zu verzichten. Ein großer Salon ist eingerichtet. Die Preise sind in Ordnung. Ein Männerschnitt kostet 15 Dollar, einer für Frauen 17 Dollar. Teuer wird eine Färbung, die kann bis zu 160 Dollar kosten. Ein Schönheitssalon ist ebenfalls vorhanden, in dem die Nägel lackiert werden. „Das wollen wir zum Ende der Spiele machen“, sagt Seidel. Vorher mache es keinen Sinn, da ihre Nägel durch das Schlittschuhschleifen zu sehr beansprucht werden.

Im Dorf gibt es einen Speisesaal mit Angeboten für eine ausgewogene Ernährung. Aber auch Sportler dürfen mal sündigen. Erst recht, wenn McDonalds zu den Sponsoren der Spiele gehört. Ein Schnellrestaurant gehört somit ebenfalls zum Angebot im Olympischen Dorf. 

Ungewohnt für Besucher aus Deutschland ist der Anblick der fahrenden Roboter. Dieser im Olympischen Dorf ist ein absoluter Hingucker und man kann sogar mit ihm reden. Ein Kollege dieses Roboters fährt übrigens auch durchs Pressenzentrum der Olympischen Spiele. Er verteilt dort Wasserflaschen. Dieser hier versteht nicht nur Koreanisch, sondern auch Englisch. Meistens jedenfalls. 

 

Bilder: Marco Scheinhof/Uwe Köster