Robin Koch vom SC Freiburg zu RB Leipzig? Noch vor dem Ende der Wintertransferperiode am Freitag um 18.00 Uhr soll der Deal über die Bühne gehen – es ist dann ein Geschäft, das für alle Beteiligten gleich dreifach einen Sinn ergibt.

Erstens: Der Tabellenführer hat wegen der Verletzungen von Willi Orban (Knie-OP) und Ibrahima Konté (Sehneneinriss im Hüftbeuger) ein veritables Problem in der Innenverteidigung.

Zweitens: Der umworbene Koch hat im Dezember klargestellt, dass er seinen noch bis zum 30. Juni 2021 laufenden Vertrag beim Sportclub Freiburg nicht verlängern werde, sprich, er andere Zukunftspläne hat.

Und drittens: Der SC Freiburg ist in einer ausgezeichneten Verhandlungsposition und kann eine hohe Ablösesumme aufrufen. Laut Medienberichten ist ein Betrag um die 20 Millionen Euro im Gespräch, verwundern würde es nicht, wenn am Ende die bisherige Rekordsumme übertroffen wird, die der Sportclub im August 2018 für Verteidiger Caglar Söyüncü von Leicester City erhalten hat (21,1 Millionen Euro). Ein Jahr davor hatte der SCF für Stürmer Maximilian Philipp 20 Millionen Euro von Borussia Dortmund überwiesen bekommen.

Koch, der sowohl in der Innenverteidigung als auch im defensiven Mittelfeld spielen kann und defensiv wie offensiv auf exzellente Qualitäten im Kopfballspiel verweisen kann, passt perfekt ins Anforderungsprofil der Leipziger. Der 23-Jährige wäre momentan direkt gesetzt. Er soll den Platz neben Dayot Upamecano im Abwehrzentrum einnehmen, der aktuell dort aushelfende Lukas Klostermann wäre dann wieder frei für seine angestammte Position als Rechtsverteidiger. Sollte Koch kommen, dürfte zudem Stefan Ilsanker (30) noch gehen. Der Österreicher steht in Verhandlungen mit Eintracht Frankfurt.

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Weiterer Vorteil für Robin Koch: Er könnte sein Können auch in der Champions League unter Beweis stellen und so womöglich seine Chance auf eine EM-Teilnahme im Sommer verbessern. Bislang hat der 23-Jährige zwei Länderspiele absolviert.

Koch war schon vor geraumer Zeit ein Thema bei RB Leipzig, wie damals zu lesen gewesen war, aber für nicht gut genug befunden worden. Trainer Julian Nagelsmann, der zwingend die Verpflichtung eines Verteidigers gefordert hat, kommt freilich mit Koch klar.

Der Sohn der Betzenberg-Legende Harry Koch war am 22. August 2017 vom damaligen Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern in den Breisgau gekommen. Der SC Freiburg bezahlte damals eine Ablösesumme von vier Millionen Euro. Robin Koch absolvierte in seiner ersten Bundesligasaison 26 Spiele für den Sportclub. In der Saison 2018/19 kam er auf 24 Bundesligaeinsätze, alleine sechs Spiele verpasste er aber wegen eines Innenbandrisses im Knie. In der laufenden Spielzeit wurde Koch von SC-Trainer Christian Streich in allen bisherigen 19 Bundesliga-Partien eingesetzt – und zwar immer in der Startelf und immer über die vollen 90 Minuten. Eine hundertprozentige Quote also.

Sehr wahrscheinlich also, dass der 1,92 Meter große Kicker am vergangenen Samstag gegen den SC Paderborn sein letztes Spiel für den SC Freiburg bestritten hat. Es endete bekanntlich mit einer ernüchternden 0:2-Heimniederlage – und Robin Koch wurde dabei noch um ein mögliches Kopfballtor gebracht! Im Fünfmeterraum erwartete Koch die gefühlvolle Flanke von Changhoon Kwon, doch als er sich vermutlich schon die Ecke aussuchte für einen für SCP-Torwart Leopold Zingerle unhaltbaren Kopfball, da kam ihm der übereifrige Kollege Lucas Höler in den Weg geflogen und machte die hundertprozentige Chance zunichte.