In der Krise ist die Not groß. Und manch merkwürdiges Verhalten zu beobachten, über das unter normalen Umständen nicht einmal nachgedacht werden würde. Real Madrid befindet sich in einer solchen Krise, da Platz sieben in Spaniens höchster Fußball-Liga so gar nicht zu den Ansprüchen dieses königlichen Clubs passt. Platz sieben mit 14 Punkten ist eine Bilanz, die die Verantwortlichen an allem und jeden zweifeln lassen. Zumal die Torausbeute nach dem Weggang von Cristiano Ronaldo äußerst mickrig ist. Vor Marcelos Treffer beim 1:2 gegen Levante am vergangenen Wochenende waren Madrids Kicker acht Stunden und eine Minute ohne Torerfolg gewesen. Kein Wunder also, dass in der Winterpause ein neuer Stürmer verpflichtet werden soll. Dass der allerdings bereits 37 Jahre alt sein und den Namen Zlatan Ibrahimovic tragen könnte, verwundert dann doch. Ein Beinahe-Fußballrentner als Lösung? Das lässt dann doch auf ziemliche Verzweiflung schließen.

Nun ist Ibrahimovic zweifelsfrei ein begnadeter Fußballer. Es hat aber auch seinen Grund, dass der Schwede derzeit in den USA kickt. Für die dortige Liga reichen seine Fähigkeiten allemal noch, was 22 Tore in 26 Spielen für LA Galaxy beweisen. Aber eine Rückkehr nach Europa, nach Spanien? Wäre ihm wohl nicht anzuraten. Zumal ihn die Fans in den USA vergöttern. Nicht umsonst hat Ibrahimovic erst kürzlich verkündet, dass er überhaupt nicht daran denke, nach Europa zurückzukehren. Mal sehen, ob er sich daran hält – wenn Real Madrid mit dem großen Geldkoffer kommen sollte. Zu wünschen wäre es.