Nachwehen vom Schmotzigen Dunschtig? Schwere Beine von deftigem Essen? Kater im Gepäck? Unsinn natürlich. Die Fußballer des SC Freiburg hatten zwei Tage vor dem Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf keineswegs der Fasnet gefrönt. Sie hatten auch einen guten Vorsatz formuliert vorher, wie nach dem schlechten Ende Torhüter Alexander Schwolow berichtet: „Wir wollten auf keinen Fall so ein Spiel wie gegen Paderborn oder in Köln, aber dann ist genau das eingetreten.“

Was ist das, woran liegt es, dass die SC-Kicker auf dem Rasen zum wiederholten Male nicht umsetzen können, was sie sich vorgenommen hatten? Dass sie Hinweise und auch Warnungen ihres Trainers mit Betreten des Platzes offensichtlich vergessen haben? Dass das ausgerechnet gegen Mannschaften der Fall ist, die in der Tabelle deutlich hinter dem Sportclub liegen? Antworten auf diese Fragen kann am Samstag nach dem deprimierenden 0:2 gegen Düsseldorf auch Christian Streich keine geben. Der Trainer ist zweifelsfrei angesäuert und vermutlich auch enttäuscht. „Wir waren vorbereitet, wir wissen, wie es gehen kann, und machen es trotzdem nicht. Wir sind nicht auf der Höhe“, sagt Streich und lässt einen Augenblick den Zyniker in sich sprechen. „Bei Einwürfen wollen sie den Ball einfach klatschen lassen, ich könnte einige Spieler nennen, die eigentlich vom Technischen her kommen, und dann den Ball nicht über fünf Meter zum Mitspieler kriegen“, sagt er und seufzt, „da wird‘s dann schwierig.“ In Fahrt gekommen bemängelt der Trainer auch gleich noch fehlenden Biss bei seinen Akteuren: „Wir haben keine Körperlichkeit, zu wenig Durchsetzungsvermögen.“ Namen nennt er keine, es wären ja auch ziemlich viele. Hinweise aber gibt Streich. „Wir müssen schon in der vorderen Linie viel präsenter sein, auch gegen den Ball, das sage ich immer wieder.“ Sein Gesicht nimmt leicht mürrische Züge an. „Wenn wir das nicht leisten, wenn die Spieler das nicht gnadenlos annehmen, auch wenn das nicht ihre Spezialdisziplin ist, kommt der Gegner ins Spiel, dann gibt‘s Probleme.“

Die Kritik richtet sich wohl vornehmlich an die feinen Füße Luca Waldschmidt und Vincenzo Grifo, die mit mehr Nachdruck und eben Körperlichkeit den gegnerischen Spielaufbau stören sollen. Auch hat Lucas Höler schon wirkungsvoller agiert, von sogenanntem Gegenpressing war kaum etwas zu sehen gewesen. Zudem leistete sich der Mann mit der Nummer neun wieder mal reihenweise Stockfehler, die eigene Angriffsversuche sabotierten.

An diesem Tag konnte Streichs Hadern allerdings auch auf mehrere andere Spieler ausgeweitet werden. Ja, so richtig gut war keiner, mal von Nils Petersen abgesehen, der nach seiner Einwechslung zur zweiten Halbzeit immerhin zeigte, wie – Achtung: Fußballsprech – ein Stürmer nach hinten arbeitet. Vor dem gegnerischen Tor aber kam Petersen auch nicht zur Geltung, weil es den Angriffen schlicht an Tempo und Präzision fehlte.

Es gibt einiges zu klären hinter verschlossenen Türen. Vielleicht ja auch die Selbsteinschätzung? Während der Trainer stets nach hinten schaut und nach der Niederlage leicht erschüttert die immerhin noch 13 Punkte Abstand auf den Relegationsplatz hervorhebt, gibt es aus Spielerkreisen auch rosarot gefärbte Kommentare. Etwa von Kapitän Christian Günter, der das Spiel gegen Düsseldorf so gesehen haben will: „Wir haben uns Chancen erarbeitet, die Bälle müssen halt reingemacht werden. So ist es im Fußball: Wenn man sie vorne nicht macht, kriegt man sie hinten.“ Klare Torchancen für den SC Freiburg? Stimmt, da waren welche – allerdings erst in den letzten Minuten.